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Schwache Teuerung : Euro-Inflation fällt auf 0,5 Prozent

  • Aktualisiert am

Wartet die EZB ein weiteres Mal ab? Bild: Wresch, Jonas

Die Teuerungsrate in der Währungsunion fällt auf das niedrigste Niveau seit dem Finanzkrisenjahr 2009. Das rückt die Europäische Zentralbank in den Fokus und heizt die Diskussion an, ob die Währungshüter härter vorgehen.

          Die Preise in der Europäischen Währungsunion steigen nur noch minimal. Die Teuerungsrate in den 18 Mitgliedsländern insgesamt ist im März auf 0,5 Prozent gefallen, schätzt die Statistikbehörde Eurostat. Das ist noch etwas weniger als zuvor befragte Ökonomen erwartet hatten - sie gingen nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters von 0,6 Prozent aus.

          So niedrig wie derzeit war die Inflation in der Währungsunion zuletzt im November des Finanzkrisenjahres 2009. Insbesondere die gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent gesunkenen Energiekosten dämpfen den Preisauftrieb.

          Die Mini-Teuerung ist momentan wieder stärker im Fokus vor allem der Anleger an den Finanzmärkten. Denn an diesem Donnerstag kommen die Direktoren der Europäischen Zentralbank zusammen, um über die Geldpolitik zu entscheiden. Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Teuerungsrate nahe zwei Prozent an in der Währungsunion und nach aktuellen Äußerungen von wichtigen Währungshütern wie dem Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann kocht die Gerüchteküche wieder, ob sie nun neue Maßnahmen auf den Weg bringen wird.

          Brisant an dieser Diskussion ist, dass die Notenbank den Leitzins schon auf 0,25 Prozent gesenkt hat und dieses Instrument damit nahezu erschöpft ist. Was neben einer schärferen Rhetorik bleibt, sind außergewöhnliche Maßnahmen wie beispielsweise negative Zinsen auf Guthaben, die Geschäftsbanken bei der EZB deponieren, Wertpapierkäufe (von staatlichen oder privaten Schuldtiteln) oder zumindest theoretisch auch Eingriffe auf dem Devisenmarkt. Sowohl Weidmann als auch schon mehrfach EZB-Präsident Mario Draghi hatten jeweils explizit den gestiegenen Euro-Kurs angesprochen und gesagt, er werde für die Geldpolitik der EZB immer relevanter.

          Dabei gehen die EZB-Ökonomen entgegen mancher Befürchtung an den Finanzmärkten nicht davon aus, dass der Währungsunion tatsächlich Deflation droht. Vielmehr sagen sie derzeit eine längere Phase niedriger Teuerungsraten voraus.

          Nach den Daten, die bisher bekannt sind, hat sich im März die Teuerung wohl flächendeckend in der gesamten Währungsunion verlangsamt. In Deutschland ist der Preisanstieg auf 1 Prozent gefallen, berechnete das Statistische Bundesamt gerade. Das war der niedrigste Preisauftrieb seit dem August des Jahres 2010. In Spanien, der viertgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion, sanken die Preise sogar - im Schnitt um 0,2 Prozent. Besonders die spanische Zahl fiel auf. Allerdings dürfte sie alleine die EZB-Direktoren nicht zu weiteren Maßnahmen verleiten, handelt es sich doch zunächst nur um einen Deflations-Monatswert.

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