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Ende der Währungsunion : Der Euro-Ausstieg ist machbar

Der Wohlstand der Nationen hängt nicht an der Zahl der Währungen Bild: Getty Images

Ein Ideenwettbewerb des britischen Lords Simon Wolfson soll in Großbritannien die Frage klären, wie die europäische Währungsunion aufgelöst werden kann. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung macht einen Vorschlag.

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          Eines ist klar: Der Ausstieg muss plötzlich kommen. Würde etwa vorab bekanntwerden, dass die Griechen zur Drachme zurückkehren, würden die Leute ihr Geld von den griechischen Banken abheben und nach Deutschland bringen. Das würde die Banken in beiden Ländern destabilisieren. Deshalb muss alles an einem verlängerten Wochenende passieren, zum Beispiel von Karfreitag bis Ostermontag.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bislang ist ein Euro-Austritt in den EU-Verträgen nicht vorgesehen. Das lässt sich ändern. Dazu gibt es das sogenannte „vereinfachte Vertragsänderungsverfahren“: Es erlaubt den Regierungschefs, die Regeln im Vertrag zu ändern, ohne dass alle Parlamente in der Eurozone einzeln darüber abstimmen müssen. Zuerst beschließen die Regierungschefs eine Austrittsklausel für die Währungsunion, dann können die betroffenen Länder ihren Austritt tatsächlich erklären.

          Kapitalverkehrsfreiheit für kurze Zeit einschränken

          Ein anderer Weg ist nicht zu empfehlen. Die EU-Verträge sollten nämlich so weit wie möglich eingehalten werden. Sonst wird alles noch teurer. Das zeigt die Erfahrung der deutschen Währungsreform von 1948: Nach Währungsumstellungen ziehen viele Menschen vor Gericht. Und wenn die Richter dann keine rechtmäßige Grundlage für den Euro-Ausstieg sehen, drohen den Staaten zusätzlich zu den anderen Kosten noch Milliarden an Schadensersatzforderungen.

          Die Währungsunion ist nicht alternativlos

          Das bedeutet: Der vereinfachten Vertragsänderung müssen alle EU-Staaten zustimmen. In der Praxis wird ein Ausstieg Deutschlands darum schwierig. Leichter ließe sich eine Zustimmung für den Ausstieg der Peripheriestaaten finden - oder für die komplette Abschaffung des Euro. Griechenland alleine sollte nicht austreten, das wäre zu riskant. Niemand würde mehr glauben, dass die Währungsunion in ihrer neuen Form Bestand hat. In Italien, Portugal und Co. könnte sofort Panik ausbrechen, weil die Menschen dort um ihren Euro fürchten. Deshalb muss gleichzeitig ein neues, glaubwürdiges Währungssystem geschaffen werden- zum Beispiel der „Nord-Euro“.

          Nachdem der Euro-Ausstieg angekündigt ist, müssen die EU-Staaaten für kurze Zeit die Kapitalverkehrsfreiheit einschränken. Grenzüberschreitende Zahlungen werden aufgehalten, bis die Konten umgestellt sind und sich an den Währungsmärkten neue Wechselkurse gebildet haben. Das geht schnell.

          Die Notenbanker könnten eine „Ersatzwährung“ nutzen

          Das größte praktische Problem ist das Bargeld. Die EU-Bürger werden nämlich versuchen, möglichst viele Euro-Scheine aus den Peripheriestaaten in die starken Länder zu bringen, um sich die stärkere Währung zu sichern. Um das zu verhindern, dürfen nur noch kleine Bargeldbeträge über die Grenze gebracht werden. Das ist unpraktisch für Reisende, aber Reisen werden ohnehin zunächst unattraktiv. Schließlich bilden sich an den Grenzen lange Schlangen, weil die Grenzbeamten jeden Koffer und jeden Menschen sorgfältig nach Geldscheinen durchsuchen müssen.

          Die Kontrollen bleiben so lange in Kraft, bis sich deutsches von griechischem Bargeld unterscheiden lässt. Dazu sind neue Scheine nötig.

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