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EFSF-Hebelung : Der Euro-Krisenfonds verfehlt die Billion

Nicht alle sind vom EFSF überzeugt Bild: REUTERS

Der Umbau des Krisenfonds EFSF ist beschlossen, doch ist die Hebelwirkung kleiner als erhofft. Das Volumen bleibt weit unter 1 Billion Euro. In Brüssel ist inoffiziell die Rede von nur etwa 750 Milliarden Euro Kreditvolumen.

          Die „Hebelung“ des Euro-Krisenfonds EFSF und der damit verbundene Umbau des Fonds sind unter Dach und Fach. Die Finanzminister des Euroraums haben in der Nacht zum Mittwoch die noch offenen Leitlinien beschlossen, die die erweiterten Aufgaben des Fonds definieren. Außerdem billigten sie die beiden Hebel-Modelle, die das noch verfügbare EFSF-Volumen von etwa 250 Milliarden durch die Einbeziehung privater Investoren erheblich steigern sollen. Anders als der Euro-Gipfel vor vier Wochen nennt die Eurogruppe kein Zielvolumen mehr, das mit der Hebelung („Leveraging“) erreicht werden soll. Damals war ein Volumen von einer Billion Euro als Ziel genannt worden. In Brüssel hieß es nun lediglich, diese Größenordnung werde nicht erreicht. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, der endgültige Betrag hänge vom konkreten Einsatz der Instrumente im Einzelfall ab. Inoffiziell ist die Rede von einer Verdreifachung des bisherigen Volumens. Das liefe auf etwa 750 Milliarden Euro hinaus.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Der „neue“ EFSF soll zum Jahresbeginn 2012 einsatzfähig sein. Vom gesamten EFSF-Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro stehen nur etwa 250 Milliarden Euro zur Hebelung zur Verfügung. Das liegt daran, dass ein beträchtlicher Teil des Volumens schon verplant ist. Gut 100 Milliarden Euro soll der EFSF zum zweiten Hilfspaket für Griechenland beitragen, außerdem hat der Fonds Verpflichtungen aus den Hilfspaketen für Irland und Portugal von etwa 44 Milliarden Euro. Der Rest - etwa 40 Milliarden Euro - gilt als Reserve für einen EFSF-Beitrag zur Bankenrekapitalisierung.

          EU-Währungskommissar Olli Rehn nannte den gehebelten EFSF einen „wichtigen Baustein“ in der „Brandmauer“, die die kriselnden Euro-Staaten vor Ansteckung schützen könne. Der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden sagte aber, der EFSF reiche nicht aus. Der Fonds braucht mehr Geld, weil er nach dem Beschluss des Euro-Gipfels vom Sommer zusätzliche Aufgaben übernehmen soll. So kann er künftig Staatsanleihen auf dem Primär- und dem Sekundärmarkt aufkaufen, zur Bankenrekapitalisierung beitragen und vor allem - wie der Internationale Währungsfonds (IWF) - vorsorgliche Kreditlinien gewähren. EFSF-Chef Klaus Regling sagte in Brüssel, es gebe reges Interesse von Investoren. Es sei aber falsch zu glauben, dass die gehebelte Summe innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung stehe. „Leveraging ist ein Prozess, der Zeit braucht“, sagte Regling.

          Teilabsicherung privater Investments

          Das erste Hebel-Modell läuft auf eine partielle Absicherung gegen die Risiken hinaus, die ein Käufer neu ausgegebener Anleihen eines angeschlagenen Euro-Staates auf sich nimmt. Die EFSF kann solche Anleihen mit 20 bis 30 Prozent des Emissionswerts absichern. Nach Reglings Angaben soll dieses Modell vor allem im Rahmen vorsorglicher Kreditlinien genutzt werden. Dieses Instrument ist für Fälle vorgesehen, in denen ein Land als gefährdet gilt, aber noch nicht auf direkte Kredite angewiesen ist. Derzeit sind solche Kreditlinien für Italien im Gespräch. Mit der partiellen Absicherung durch den Krisenfonds soll das Interesse der Käufer von Anleihen der betreffenden Staaten gesteigert werden. Dies würde die Finanzierungskosten des Landes senken.

          Das zweite Hebel-Modell besteht in einem oder mehreren sogenannten Co-Investment-Fonds (CIF), in denen öffentliche und private Investitionen gebündelt werden sollen und deshalb in mehrere Tranchen aufgeteilt sind. Die erste Tranche wird vom EFSF finanziert, eine zweite Tranche von privaten Investoren. Eine mögliche dritte soll durch die Ausgabe von Staatsanleihen finanziert werden. Die genaue Aufteilung hängt von den Wünschen des jeweiligen Investors ab. Auch in diesem Fall wird eine Teilabsicherung privater Investments angestrebt.

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