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Krisenländer : Die Eurozone steckt in der längsten Rezession ihrer Geschichte

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Das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone schrumpfte von Januar bis März bereits das sechste Quartal in Folge Bild: dpa

Noch nie steckte die Wirtschaft der Euroländer so lange in der Rezession fest. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März bereits das sechste Quartal in Folge. Die Lage in den Krisenländern im Überblick.

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          Das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone schrumpfte von Januar bis März um 0,2 Prozent und damit doppelt so stark wie von Ökonomen erwartet. Fortschritte gibt es nur wenige. Die Krisenländer im Überblick.

          Griechenland

          Um 5,3 Prozent brach das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum ersten Quartal 2012 ein. Griechenland steckt damit bereits im sechsten Rezessionsjahr in Folge. „Die hohe Arbeitslosigkeit und Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen werden den privaten Konsum weiter drücken“, befürchtet die EU-Kommission. 2014 soll die Rezession enden: Erwartet wird ein Mini-Wachstum von 0,6 Prozent. Dann soll auch die Arbeitslosenquote fallen, die in diesem Jahr mit 27 Prozent einen Rekordwert erreichen sollte.

          Spanien

          Die Wirtschaftsleistung brach um 0,5 Prozent ein. Das ist der siebte Rückgang in Folge. Ein Grund dafür ist die Rekordarbeitslosenquote von 27,2 Prozent. Spanien leidet noch immer unter dem geplatzten Immobilienboom. „Die Binnennachfrage wird wohl schwach bleiben, aber die preisliche Wettbewerbsfähigkeit solle sich schrittweise verbessern und die Exporte an Schwung gewinnen“, sagt die Kommission voraus. 2014 soll dann ein Wachstum von 0,9 Prozent zu Buche stehen.

          Irland

          Von allen Krisenstaaten macht Irland die größten Fortschritte. Daten für das erste Quartal liegen zwar noch nicht vor. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich aber in diesem Jahr auf 1,1 Prozent erhöhen und soll sich 2014 auf 2,2 Prozent verdoppeln. Die „Leistung ist ermutigend“, so die EU-Kommission. Die unter Steuererhöhungen und Sparprogrammen leidende Binnennachfrage soll im kommenden Jahr erstmals wieder zum Wachstum beitragen. Die Arbeitslosenquote soll bis dahin auf 13,7 Prozent fallen, 2012 waren es noch 14,7 Prozent.

          Portugal

          Die Wirtschaft schrumpfte nur noch um 0,3 Prozent - Ende 2012 war es noch um 1,8 Prozent nach unten gegangen. Besonders deutlich gingen die Investitionen zurück. Im Gesamtjahr wird für Portugal ein Minus von 2,3 Prozent erwartet, womit das Bruttoinlandsprodukt das dritte Jahr hintereinander fallen würde. „Sowohl die Wachstumsaussichten für Portugals Exportmärkte als auch die Lage am Arbeitsmarkt haben sich verschlechtert“, stellte die EU-Kommission fest. 2014 soll es wieder ein Wachstum von 0,6 Prozent geben.

          Zypern

          Um 1,3 Prozent brach die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn ein. Mit 8,7 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt in Zypern 2013 so stark sinken wie in keinem anderen Euroland. „Das geht vor allem auf den dringlichen Umbau des Bankensektors zurück, der Kreditwachstum und Haushaltssanierung hemmt“, befürchtet die EU-Kommission. „Unsicherheit belastet zudem die Binnennachfrage und Investitionen.“ 2014 soll die Rezession mit 3,9 Prozent deutlich schwächer ausfallen.

          Italien

          Italien steckt in der längsten Rezession seit 1970. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von Januar bis März um 0,5 Prozent und damit das siebte Quartal in Folge. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Exporte schwächeln. Die EU-Kommission erwartet keine baldige Trendwende. „Es gibt keine klaren Signale für eine kurzfristige Erholung, da sich sowohl das Verbrauchervertrauen als auch das Geschäftsklima im negativen Bereich befindet“, stellte sie kürzlich fest. 2013 wird die Wirtschaft nach Prognose der Kommission um 1,3 Prozent schrumpfen.

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