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Deutsche Wirtschaft : Die Konjunktur bleibt fragil

Abenddämmerung am Hamburger Hafen Bild: dpa

Entscheidend wird sein, ob sich der Aufschwung nach der ersten Euphorie verstetigt. Hier sind – leider – Zweifel angebracht.

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          Das Wirtschaftsklima hellt sich auf, aber gute Stimmung allein führt nicht aus der Krise. Die Rezession hat die Unternehmen in Deutschland nach wie vor fest im Griff. Dazu genügt ein Blick auf die harten Zahlen.

          Sie zeigen, dass allen voran die deutsche Industrie zuletzt noch mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau produzierte. Auch der Auftragseingang schoss zuletzt beachtlich nach oben, was, da aus einem historischen Krisental kommend, nicht weiter überrascht. Entscheidend wird sein, ob sich der Aufschwung nach der ersten Euphorie verstetigt. Hier sind Zweifel angebracht.

          Acht Prozent Wachstum im dritten Quartal hatten die fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute im April noch erwartet. Mittlerweile ist wohl eher die Hälfte realistisch, wie zuletzt auch vom Sachverständigenrat prognostiziert. Doch schon haben Skeptiker wieder Oberwasser. Das überrascht nicht weiter: Die Corona-Pandemie grassiert. In Spanien und Frankreich, zwei großen Märkten im Euroraum, ist die wirtschaftliche Erholung vom Jahrhunderteinbruch ins Stocken geraten.

          Nicht besser sieht es in Amerika aus, bis zur Krise größter Absatzmarkt der deutschen Wirtschaft. Die Unsicherheit ist hoch, und eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau allenfalls Ende kommenden Jahres zu erwarten. Das Auslandsgeschäft hat sich so kurzerhand vom Wachstumsmotor zur Achillesferse der deutschen Wirtschaft entwickelt.

          Auch die deutsche Binnenwirtschaft ist nicht frei von Risiken für die Konjunktur, im Gegenteil. Dazu gehören vor allem Insolvenzen und Entlassungen. 20 Prozent der Betriebe stufen sich laut einer Umfrage als insolvenzgefährdet ein.

          Dass Unternehmen Corona-bedingte Zahlungsschwierigkeiten bislang nicht beim Amtsgericht anmelden müssen und Unternehmen Kurzarbeit wählen, anstatt Mitarbeiter vor die Tür zu setzen, könnte sich als wichtige Krisenstütze erweisen. Sollte aber der Aufschwung stocken und die Politik Unternehmen als „Zombie“-Unternehmen künstlich am Leben halten, drohte eine Spirale der Unsicherheit. Das wäre brandgefährlich.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

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