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Wirtschaft : Deutsche Unternehmen entdecken das Sportsponsoring in China

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Sportbegeisterung im Reich der Mitte Bild: AP

Die Professionalisierung des chinesischen Sports schreitet schnell voran. Immer mehr Unternehmen wollen sich die hohen Aufmerksamkeits- und Werbewerte im Sport zunutze machen.

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          Die einen setzen ihren Fuß gerade auf das neue Terrain, die anderen breiten sich schon in großem Stil aus. Chinas Sportmarkt übt einen immer stärkeren Reiz auf deutsche Unternehmen aus, deutlicher als in diesen Tagen könnte sich das Interesse gar nicht darstellen: Die "BMW Asian Open" haben am Donnerstag auf dem Championship-Kurs des Tomson Shanghai Pudong Golf Club begonnen, an diesem Wochenende folgt der Kick-off der besten zwölf chinesischen Fußballklubs in der "Siemens Mobile Super League".

          Verlockende Wachstumsraten und eine rapide wachsende Konsumentenschicht haben den Fokus auf Chinas Wirtschaft stark geweitet - eben auch auf seiten der Sponsoren, die sich hohe Aufmerksamkeits- und Werbewerte im Sport zunutze machen, um den Absatz ihrer Produkte in der prosperierenden Region voranzutreiben. "Statistisch umgerechnet schaut fast jeder Chinese pro Saison drei Meisterschaftsspiele. Wir kommen auf etwa 3,8 Milliarden Kontakte im Jahr", sagt Rolf Beißwanger, Leiter Global Sponsoring der Mobilfunksparte bei Siemens.

          BMW entdeckt China

          Der Weltkonzern aus München hat noch einmal draufgelegt und seinen Einsatz im Lieblingssport der Chinesen erhöht. Nachdem in der Vergangenheit schon Übereinkünfte mit dem Fußballverband CFA und der Nationalmannschaft geschlossen worden waren, wurde nun das Titelsponsoring für die Liga neu aufgelegt. Für die nächsten drei Jahre trägt die Fußballmeisterschaft den Namen des deutschen Unternehmens, nebenbei sicherte man sich noch als Exklusivpartner die Werberechte am Ligapokal sowie am diesjährigen Asien Cup, der von Mitte Juli an ebenfalls im Reich der Mitte stattfinden wird. Fußball total - Siemens ist damit inzwischen zum größten Sportsponsor in China aufgestiegen.

          Angelockt von den Möglichkeiten auf dem jung entwickelten Sponsorenmarkt, mischt nun auch BMW mit. Von der (verglichen mit dem chinesischen Festland) eher bedächtigen Insel Taiwan verlegte der deutsche Automobilhersteller das von ihm als Hauptsponsor getragene Golfturnier (eine Koproduktion der asiatischen und europäischen Profitour) mitten in die boomende Metropole Schanghai. Frontman und Turniermatador ist der in Asien populäre ehemalige Weltranglistenerste Greg Norman aus Australien, bekannt unter seinem Künstlernamen "The Great White Shark". So bissig wie Norman einst auf den Fairways seine Gegner in Grund und Boden spielte, so schnell möchte BMW in die neuen Sphären vorstoßen. "Wir sind in China stetig auf dem Vormarsch. Es ist derzeit unser achtstärkster Absatzmarkt auf der Welt", sagt Thomas Giuliani, Leiter Markenkommunikation bei BMW. "Und da werden wir nicht nur auf der Vertriebsseite aktiv, sondern tun auch etwas für unser Markenimage."

          Sport steht für Exklusivität

          Wo immer auf der Welt die Autos mit dem bayerischen Label verkauft werden, setzt die "Sportstrategie" der Münchner an. BMW und seine Produkte verbinden sich mit den Bildern der Formel 1 (McLaren), des Segelns (Oracle Racing) sowie des Golfsports (European Tour), genau dort pflegt man seine Partnerschaften und zielt auf die Kundschaft. Und in ganz Asien liegt der Golfsport in der Bevölkerungsschicht der Besserverdienenden sehr hoch im Kurs. "Dieser Sport steht für Exklusivität und ist auch bei den luxusorientierten Chinesen stark im Kommen", so Giuliani zum Hintergrund des Turniers. Der deutsche Konzern verkauft in China rund 11 900 Autos im Jahr.

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