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Schwache Konjunktur : Deutsche Industrie erhält immer weniger Aufträge

Die Konjunkturflaute setzt sich auch im August 2019 fort. Bild: dpa

Auch im August wurden weniger Produkte deutscher Industrieunternehmen bestellt. Vor allem die Nachfrage nach Investitionsgütern nahm ab. Eine Kehrtwende im Abwärtstrend ist nicht in Sicht.

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          Für die deutsche Industrie haben sich die Aussichten abermals verschlechtert. Ihr Auftragseingang lag im August bereinigt von saisonalen und kalendarischen Sondereffekten 0,6 Prozent unter dem Vormonatswert. Das gab das Statistische Bundesamt am Montag bekannt. Der Auftragseingang ist ein maßgeblicher Konjunkturindikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Der Abwärtstrend setzt sich damit den nunmehr zwanzigsten Monat in Folge fort, nachdem bei Industrieunternehmen erstmals zum Jahreswechsel 2017/2018 weniger Aufträge eingingen.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zwar nahmen im August die Bestellungen aus dem Ausland leicht zu. Das aber wurde überkompensiert vom Inlandsrückgang mit 2,6 Prozent. Vor allem Investitionsgüter wurden weniger nachgefragt. Dazu passt, dass auch der Maschinenbauerverband VDMA am Freitag mitgeteilt hatte, dass man im August einen nochmals verstärkten Auftragsschwund verzeichnete. Demnach lagen die Maschinen-Bestellungen 17 Prozent unter dem Niveau von August 2018. Das ist nochmals deutlich mehr als der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat für alle deutschen Industriegüter, der knapp 7 Prozent beträgt.

          „Die Industriekonjunktur bleibt vorerst gedämpft“, sagte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag zu den Auftragszahlen. Die Nachfrageschwäche halte an. Auch Ökonomen können in der Industrie derzeit keine Trendwende ausmachen. Im Gegenteil, eher deuteten andere Frühindikatoren wie die Erwartungen laut Ifo-Geschäftsklimaindex darauf hin, dass sich der Abwärtstrend der deutschen Industrie fortsetzen dürfte, meint Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner. Strukturelle Veränderungen wie eine zunehmende Abwanderung deutscher Autohersteller ins Ausland machten es für die inländische Wirtschaft nicht einfacher.

          Die deutsche Wirtschaftsleistung war im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0,1 Prozent geschrumpft. Dass sich der Rückgang in den Monaten Juli bis September fortgesetzt hat, gilt unter anderem nach Einschätzung der Bundesbank als sehr wahrscheinlich. Auch im Herbstgutachten haben die fünf führenden Forschungsinstitute darauf hingewiesen, dass die schwelenden Handelskonflikte und der unklare Ausgang des Brexits nach wie vor auf der Konjunktur lasteten. Die exportorientierte deutsche Industrie ist davon besonders stark betroffen.

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