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Der IWF analysiert : Frankreich soll schneller reformieren - und langsamer sparen

  • Aktualisiert am

Frankreichs Führungsspitze: Präsident Hollande (l.) und sein Premierminister Ayrault Bild: dpa

Frankreich muss seinen Arbeitsmarkt und viele Gütermärkte weiter umbauen, rät der Internationale Währungsfonds. Mit der Haushaltskonsolidierung kann sich das Land womöglich mehr Zeit lassen, rät der IWF.

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          Wie schwach läuft die Konjunktur in Frankreich? Der Wirtschaftsleistung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Währungsunion könnte zumindest in diesem Jahr geringer ausfallen als im vergangenen. Das erwarten die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds, die regelmäßig Länderberichte schreiben und an diesem Montag ihre aktuellen Analysen über Frankreich und über Japan veröffentlicht haben.

          Um 0,2 Prozent werde das französische Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr schrumpfen, erwarten die Fachleute des Währungsfonds. Das zweite Halbjahr werde dabei allerdings besser sein als das erste - die schwache Wirtschaftsaktivität sich etwas erholen. Für das kommende Jahr 2014 erwartet der IWF dann ein Mini-Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent - und auch in den Folgejahren soll es weiter aufwärts gehen: Der IWF rechnet mit 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 bis 1,9 Prozent im Jahr 2018.

          Ein Selbstläufer ist das aber nicht, Frankreich hat nach Ansicht der IWF-Experten einiges zu tun, um tatsächlich nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der vorhergesagten Höhe zu ermöglichen. Wegen „verkrusteter“ Strukturen auf dem Arbeitsmarkt und offenbar auch auf einigen Gütermärkten können das Land sein Wachstumspotenzial nicht voll entfesseln. Zugleich loben die Ökonomen aber auch, dass das Land reformiert und eben nicht nichts tut.

          Uneinig sind sich die Fachleute des Währungsfonds unterdessen aber darin, wie schnell Frankreich seinen Staatshaushalt konsolidieren sollte. Einige halten das aktuelle Tempo weiterhin für richtig, es gibt offenkundig aber auch Stimmen, die raten, das Land solle mit Rücksicht auf die Konjunktur etwas langsamer machen.

          Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einem Haushaltsdefizit von 3,9 Prozent, im Vorjahr hatte der Wert noch 4,8 Prozent betragen (jeweils bezogen auf die Wirtschaftsleistung). Stärker gesunken ist das sogenannte Strukturelle Defizit, also die Haushaltslücke, die entsteht, wenn konjunkturelle Effekte (zum Beispiel höhere Arbeitslosenhilfe in Zeiten konjunkturbedingt steigender Erwerbslosigkeit) herausgerechnet werden.

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