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Folge der Pandemie : Minus 20 Prozent – britische Wirtschaftsleistung sinkt dramatisch

  • Aktualisiert am

Die britische Wirtschaftsleistung ist stark geschrumpft. Bild: AP

Doppelt so stark wie in Deutschland: Das Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs bricht ein. Viele Menschen bangen um ihre Stelle.

          1 Min.

          Die britische Wirtschaftsleistung ist infolge der Coronavirus-Pandemie in Rekordtempo geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs verminderte sich von April bis Juni um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistikamt am Mittwoch in London mitteilte.

          Zuvor befragte Fachleute hatten mit einem Minus in dieser Größenordnung gerechnet. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaftsleistung fiel während derselben Zeit um gut 10 Prozent.

          Nach Prognose der britischen Notenbank wird das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr wegen der Pandemie insgesamt um 9,5 Prozent fallen – das wäre ein Konjunktureinbruch, wie ihn Großbritannien seit ungefähr 100 Jahren nicht mehr erlebt hat. Nächstes Jahr soll der Vorhersage zufolge dann ein Wachstum von neun Prozent folgen.

          Viele Arbeitslose

          Die Corona-Krise hinterlässt zugleich auf dem Arbeitsmarkt in Großbritannien tiefe Spuren, auch wenn die Arbeitslosenquote bei oberflächlicher Betrachtung noch günstig erscheint. Im Juli hatten 730.000 Menschen weniger eine Beschäftigung in Unternehmen als im März, zeigen die neuesten Daten des Statistikamts ONS. Zudem sind mehr als 7 Millionen Angestellte derzeit nicht im Job tätig, darunter vor allem Zwangsbeurlaubte.

          Laut ONS sind vor allem ganz junge und ältere Beschäftigte sowie Menschen in einfachen Tätigkeiten betroffen. Das Arbeitsvolumen ist auf dem Höhepunkt der Krise im zweiten Quartal regelrecht eingebrochen. „Diese Daten zeigen die verheerenden Spuren der Coronavirus-Krise auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Matthew Percival vom Unternehmensverband CBI.

          Die offiziell berechnete Arbeitslosenquote verharrte indes noch bei 3,9 Prozent im Juni. Das liegt daran, dass viele Unternehmen mit Entlassungen noch abwarten und Mitarbeiter stattdessen beurlauben.

          Dabei hilft ein gewaltiges Unterstützungsprogramm, bei dem der Staat den Zwangsbeurlaubten vier Fünftel des Lohnes, maximal 2500 Pfund (etwa 2750 Euro) zahlt. Laut den neuesten Daten des Schatzamtes bekommen derzeit 9,6 Millionen Angestellte Geld aus diesem Programm, zudem erhalten 2,7 Millionen Selbständige finanzielle Unterstützung.

          Finanzminister Rishi Sunak wertete die neuen Zahlen denn auch als Beleg für den Erfolg der politischen Stützungsprogramme. „Die Arbeitsmarktzahlen machen deutlich, dass unsere beispiellosen Unterstützungsmaßnahmen funktionieren und Millionen Jobs und Lebensunterhalte schützen, die sonst verloren gegangen wären“, ließ Sunak mitteilen. „Ich habe immer klar gesagt, dass wir nicht jeden Job schützen können“, fügte er hinzu, aber man habe einen Plan, dass „niemand ohne Hoffnung“ gelassen werde.

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