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Steigende Energiepreise : Commerzbank rechnet mit bis zu fünf Prozent Inflation

  • Aktualisiert am

Eine Frau dreht am Thermostat einer Heizung. Bild: dpa

Höhere Öl- und Gaspreise treiben die Teuerungsrate laut Volkswirten spürbar nach oben. Der Gemeindebund warnt vor Problemen für einkommensschwache Haushalte und fordert Heizkostenzuschüsse.

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          Angesichts steigender Energiepreise rechnet die Commerzbank mit einem weiteren Anstieg der Inflation in den kommenden Monaten. „Verteuert sich die Energie weiter, könnte die Inflation im November auf fünf Prozent steigen“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer der Zeitung Bild.

          Etwas Entspannung sieht Krämer im kommenden Jahr. „Die Inflation zieht weiter an, bevor sie nach der Jahreswende wieder fällt“, sagte der Wirtschaftsexperte. Das liege unter anderem daran, dass dann Sonderfaktoren wie die zwischenzeitliche Senkung der Mehrwertsteuer wegfallen. Statistiker sprechen von einem so genannten Basiseffekt, weil die Preise optisch auch deswegen gestiegen waren, weil die Mehrwertsteuer wieder auf das ursprüngliche Niveau angehoben wurde.

          Teure Energie hievte die Teuerungsrate in Deutschland im September erstmals seit fast 28 Jahren über die Vier-Prozent-Marke. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hatte. Bereits in diesem Zusammenhang hatte Krämer „eine Fünf vor dem Komma“ für möglich gehalten.

          Gemeindebund fordert Heizkostenzuschüsse

          Die Gaspreise auf den europäischen Märkten hatten in den vergangenen Wochen ein neues Rekordniveau erreicht und Sorgen vor einem Mangel im Winter geschürt. Angesichts der steigenden Preise verlangt der Städte- und Gemeindebund vom Bund höhere Heizkosten-Zuschüsse für einkommensschwache Haushalte. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der Zeitung Bild: „Wir sehen eine Explosion der Energiepreise, vor allem beim Gas.“ Energie dürfe nicht nur „etwas für Reiche“ sein. „Daher ist die nächste Bundesregierung gefordert, gerade finanzschwache Familien zu unterstützen und die Heizkosten-Explosion abzumildern.“

          Landsberg warnte zugleich vor höheren Kosten für die Kommunen. Die stark gestiegenen Gaspreise würden „viele Kommunen hart treffen – über höhere Energiekosten für Gebäude und höhere Heizkosten-Zuschüsse für Hartz-IV-Empfänger“. Landsberg zufolge erwarten die Kommunen in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit zwischen acht und 8,5 Milliarden Euro. Im nächsten Jahr könnte es ähnlich hoch ausfallen.

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