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BIP nur auf Jahressicht stark : Chinas Wirtschaft verliert Schwung, Notenbank senkt Zinsen

  • Aktualisiert am

Kräne stehen bei einer Fabrik in Peking. Bild: AFP/Jade Gao

Corona-Lockdowns, Energieknappheit und eine Immobilienkrise bremsen Chinas Wachstum. Auch die geringere Zahl an Geburten bereitet Sorgen. Die Notenbank will mit Leitzinssenkungen helfen.

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          Chinas Wirtschaft ist vergangenes Jahr stark gewachsen – doch zum Jahresende hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt. Zugleich sinkt die Geburtenrate im bevölkerungsreichsten Land der Welt auf ein Rekordtief.

          8,1 Prozent betrug beim Bruttoinlandsprodukt das Wachstum für das gesamte Jahr 2021. Im vierten Quartal waren es aber nur noch vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das zeigen Daten der chinesischen Statistikbehörde von diesem Montag.

          Ein Sprecher der Statistikbehörde warnte, die Binnenwirtschaft unter stehe „unter dem dreifachen Druck eines Nachfragerückgangs, eines Angebotsschocks und schwächerer Erwartungen“.

          Chinas Industrieproduktion wuchs auf das ganze Jahr gesehen um 9,6 Prozent. Im Dezember waren es offiziell zwar nur noch 4,3 Prozent – Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch gerechnet. Der chinesische Einzelhandel, der als Symbol für den Konsum gilt, verzeichnete im Dezember nur noch ein Wachstum von 1,7 Prozent gegenüber 3,9 Prozent im November.

          Die chinesische Notenbank reagiert auf die weniger schwungvolle Wirtschaftsentwicklung im Land und reduziert zwei wichtige Leitzinsen. Wie die People's Bank of China am Montag in Peking mitteilte, fällt der Zinssatz für einjährige Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken um 0,1 Prozentpunkte auf 2,85 Prozent. Zugleich wurde der Zins für einwöchige Wertpapiergeschäfte im gleichen Ausmaß auf 2,1 Prozent gesenkt. Darüber hinaus gab die Notenbank zusätzliche Liquidität in das Finanzsystem.

          Viele Faktoren belasten die Wirtschaft

          China hatte in letzter Zeit mit einer Reihe lokaler Lockdowns nach Coronavirus-Ausbrüchen zu kämpfen. Außerdem gab es in wichtigen Industrieregionen Stromausfälle wegen Energieknappheit, und das Land verzeichnete in den vergangenen Monaten einen Einbruch des wichtigen Immobilienmarktes – symbolisiert durch die Probleme des Immobilienentwicklers Evergrande.

          Regulatorische Maßnahmen beeinträchtigten außerdem das Wachstum in anderen Sektoren wie der Internetwirtschaft. Diese Auswirkungen waren vor allem in der zweiten Jahreshälfte zu spüren.

          Unterm Strich starkes Wachstum 2021

          Trotz allem ist das Jahreswachstum 2021 der beste Wert seit 2012. Chinas Wirtschaft übertraf damit die Zielsetzung der Führung in Peking von sechs Prozent deutlich. Vor allem im ersten Quartal war die Wirtschaft nach dem virusbedingten Einbruch 2020 deutlich gewachsen und verzeichnete ein Plus von 18,3 Prozent. Nachdem Chinas Wirtschaft jedoch im weiteren Verlauf des Pandemie-Jahres 2020 aufgeholt und am Ende sogar als eine der wenigen Volkswirtschaften weltweit ein Wachstum von 2,3 Prozent verzeichnet hatte, fiel das Wachstum in den übrigen Quartalen 2021 im Vergleich dazu schwächer aus.

          Das starke Plus auf Jahressicht erklärt sich vor allem mit der niedrigen Vergleichsbasis durch die Pandemie im Vorjahr. Mit einer Null-Covid-Strategie, Massentests, Quarantänen und Einreisebeschränkungen hatte das bevölkerungsreichste Land das Virus schneller in den Griff bekommen als die meisten anderen Staaten. Dennoch sagen Ökonomen nun ein Jahr mit deutlich weniger Schwung vorher.

          Geburtenrate auf Tiefststand

          Chinas Geburtenrate dagegen fiel 2021 nach amtlichen Angaben auf ein Rekordtief. Es seien 7,52 Geburten je 1000 Einwohner verzeichnet worden, gab die Statistikbehörde ebenfalls an diesem Montag bekannt. Dies sei der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1949.

          Im Jahr 2020 betrug die Rate noch 8,52 Geburten je 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum ohne Einwanderung lag nun bei 0,034 Prozent, so tief wie seit 1960 nicht mehr.

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          Offensichtlich altere die chinesische Bevölkerung schneller als erwartet, sagte der Ökonom Zhiwei Zhang von Pinpoint Asset Management zu den Daten. „Das deutet darauf hin, dass Chinas Gesamtbevölkerung 2021 ihren Höchststand erreicht haben könnte.“ Die Regierung in Peking hatte die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik 2016 aufgegeben. Chinesische Paare verzichten jedoch unter anderem wegen der hohen Lebenshaltungskosten auf Kinder.

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