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Weltwirtschaftsforum : Chinas Premier verspricht Wirtschaftsreformen

  • Aktualisiert am

Chinas Ministerrpräsident Li Keqiang auf dem Weltwirtschaftsforum in Dalian Bild: Reuters

Li Keqiang versucht bei seiner Begrüßungsrede im chinesischen Dalian vor allem eines: Die Sorgen vor einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft zu dämpfen. Doch es bleiben Zweifel.

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          „China ist keine Quelle für Risiken, sondern für Chancen“, sagte der Li Keqiang bei seiner Eröffnungsrede des als „Sommer-Davos“ bezeichneten Treffens des Weltwirtschaftsforums am Donnerstag in Dalian. Obwohl aus China zuletzt immer schwächere Wachstumszahlen gemeldet wurden, befindet sich die Wirtschaft der Volksrepublik nach Ansicht ihres Ministerpräsidenten auf dem richtigen Weg

          Li bezeichnete den Umbau der Wirtschaft zwar als „schmerzhaften Prozess“, versicherte aber, der grundsätzliche Trend sei noch immer positiv. Der Premier betonte, seine Regierung habe „adäquate Mittel“, um das Wachstumsziel von sieben Prozent für dieses Jahr zu halten und so eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft zu vermeiden. „Wir beschleunigen strukturelle Reformen, um das volle Potential der Wirtschaft zu erreichen“, sagte der Premier. Auf diese Weise soll auf eine mögliche weitere Konjunkturschwächung reagiert werde. Rund 1700 Unternehmer, Politiker und Wirtschaftsexperten aus 90 Ländern sind zu dem dreitägigen Treffen in die nordostchinesische Hafenmetropole Dalian gereist.

          Bereits am Mittwoch hatte Li gesagt, dass Wachstumsraten wie die zuletzt berechneten akzeptabel seien, solange es genügend Beschäftigung, sowie steigende Einkommen und Verbesserungen beim Umweltschutz gebe. Chinas Wachstum lag in den ersten beiden Quartalen des Jahres nach offiziellen Angaben bei sieben Prozent. Das ist das schwächste Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft seit fast einem Vierteljahrhundert. Auch der Außenhandel Chinas schwächelt. Zudem kämpft die Regierung gegen starke Börsenturbulenzen. Der Leitindex in Schanghai ist seit Mitte Juni um rund 40 Prozent abgesackt. Und erst am Dienstag hatten europäische Unternehmen das langsame Reformtempo in China bemängelt.

          Nachdem zuletzt Zweifel an den Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte laut geworden waren, kündigte die chinesische Regierung am Mittwoch an, ihr Wachstum künftig nach internationalen Standards zu berechnen. Die neuen Zahlen für das dritte Quartal werden am 19. Oktober erwartet.

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