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Bundesbank-Präsident Weidmann : „Für die Verluste haften am Ende die Steuerzahler“

  • Aktualisiert am

Jens Weidmann Bild: Röth, Frank

Der Präsident der Deutschen Bundesbank ist sich sicher: 2015 werde für die Deutschen besser als gedacht. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung warnt Weidmann die Europäische Zentralbank jedoch davor, Staatsanleihen zu kaufen.

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          Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, zeigt sich im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung optimistisch: 2015 werde für die Deutschen besser als gedacht. „Nach derzeitigem Stand und wenn der Ölpreis so niedrig bleibt, wird die Inflation noch niedriger als gedacht, das Wachstum aber besser.“

          Vor diesem Hintergrund ist der Bundesbankpräsident sicher, dass Europa Käufe von Staatsanleihen – so wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) angedacht – nicht braucht, um wieder zu wachsen. „Europa geht es nicht so schlecht wie mancher glaubt“, sagt er in der F.A.S. Die Prognosen sagten vielmehr eine Erholung im Euroraum voraus. Dazu komme das billige Öl, das wirke wie ein Konjunkturprogramm. „Uns wird ein Konjunkturprogramm geschenkt, wozu also noch geldpolitisch eins draufsetzen?“, fragt Weidmann. Dass die Märkte schon lange auf Anleihekäufe drängen und sie erwarten, „sollte für unsere Entscheidungen im EZB-Rat am Ende nicht ausschlaggebend sein“.

          Weidmann warnt in deutlichen Worten vor den Plänen der EZB, Anleihen der Euro-Staaten in großem Umfang zu kaufen. „Für die Verluste aus diesen Käufen haften die Notenbanken im Euroraum gemeinsam – und damit am Ende die Steuerzahler“, sagt Weidmann. „Mich irritiert, dass in der öffentlichen Debatte in letzter Zeit immer nur noch eine Frage im Raum steht: Wann kauft ihr denn endlich?“

          Die Bundesregierung sieht er ebenfalls nicht auf dem richtigen Weg – und kritisiert insbesondere die Entscheidungen zur Rente mit 63. „Durch eine höhere Erwerbsbeteiligung auch älterer Jahrgänge lässt sich das Wachstumspotenzial verbessern. Nicht alle politischen Entscheidungen der jüngsten Zeit waren da hilfreich.“

          Den wachsenden Nationalismus in Deutschland beobachtet Weidmann mit Sorge und sieht ihn auch als Folge der Eurokrise. „Die Eurokrise hat sicherlich auch das Vertrauen in das Wirtschaftssystem erschüttert, die Schuldigen werden gesucht und schnell ausgemacht: entweder der Euro oder die Nachbarn.“ Insofern hätten auch eurokritische Gruppierungen Auftrieb erhalten. „Damit müssen wir uns auseinandersetzen.“ Er wirbt dafür, nicht jegliche Kritik an europäischer Krisenlösung beiseite zu wischen, sondern vernünftige Politik zu machen und diese besser zu erklären.

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