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Monatsbericht der Bundesbank : Betrieben geht es besser als vor der Krise

Siemens-Werk in Leipzig: In der Elektronikbranche ist die Ausstattung mit Eigenkapital überdurchschnittlich Bild: DPA

Die Bundesbank warnt vor allzu düsteren Prognosen. Selbst eine Kreditklemme könnten die deutschen Unternehmen recht gut überstehen.

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          Die deutschen Unternehmen sind aus der tiefen Rezession des Jahres 2009 gestärkt hervorgegangen. Sie werden im ablaufenden Jahr 2011 sogar noch besser als im Jahr 2010 verdienen. Diese Schätzung hat die Deutsche Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht am Montag veröffentlicht. Die Gewinne vor Steuern von etwa 70 börsennotierten Konzernen der Realwirtschaft könnten in diesem Jahr auf knapp 7 Prozent des Umsatzes zulegen, prognostizieren die Volkswirte der Bundesbank auf Basis der bis zum dritten Quartal vorliegenden Konzernabschlüsse.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Im Vorjahr lag die Umsatzrendite bei 6,5 Prozent. Sie bewege sich damit "in einer Bandbreite, die zuletzt im sehr guten Konjunkturjahr 2007 erzielt wurde". Für die gesamte Industrie erhöhe sich die Umsatzrendite auf gut 5 Prozent. Die Wirtschaft insgesamt habe eine recht gute Eigenkapitalbasis, heißt es in der Analyse der Bundesbank. Ihr Fazit lautet: "Deutschland verfügt derzeit über eine gesunde Unternehmensbasis."

          Baukonjunktur robust

          Zugleich warnt sie vor allzu düsteren Konjunkturprognosen: Zwar habe die deutsche Wirtschaft zu Herbstbeginn "deutlich an Schwung eingebüßt", was aus der schwächeren Industrieproduktion und dem gesunkenen Export geschlossen wird. Dagegen blieb aber die Baukonjunktur recht robust. Auch sei die Nachfrage der privaten Verbraucher recht hoch, die von der günstigen Lage am Arbeitsmarkt gestützt werde.

          Im Oktober erholten sich zudem die Auftragseingänge für die Industrie, auch verbesserte sich die Stimmung der Wirtschaft etwas. All dies spreche dafür, "dass die konjunkturelle Delle im Herbst nicht allzu tief ausfallen dürfte", schreibt die Bundesbank, die gleichwohl für das kommende Jahr nur mit einem schwachen Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent rechnet. Im Jahresverlauf dürfte sich die Konjunktur wieder beschleunigen. Für 2013 prognostiziert die Bundesbank in ihrem "Basisszenario" 1,8 Prozent Wachstum, falls die Schuldenkrise nicht eskaliert.

          „Verbesserte Risikotragfähigkeit“

          Die deutschen Unternehmen könnten nach der Analyse eine konjunkturelle Schwächephase recht gut überstehen. Sie würden auch durch eine mögliche Kreditklemme nicht allzu schwer getroffen, da sie ihre Eigenkapitalbasis durch zurückbehaltene Gewinne seit der Krise deutlich gestärkt haben. Dadurch sei ihre Abhängigkeit von Bankkrediten gesunken, schreibt die Bundesbank. Die Eigenmittel sind seit der Jahrtausendwende von etwa 19 auf fast 28 Prozent der Bilanzsumme gestiegen; umgekehrt hat der Verschuldungsgrad der Unternehmen um fast 10 Prozentpunkte abgenommen und liegt nun bei nur noch etwas mehr als 54 Prozent.

          Mit ihrer hohen Eigenfinanzierung stehen die deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich robust da. Seit der Krise konnten vor allem Branchen, die zuvor unterdurchschnittliche Eigenkapitalquoten hatten wie die Automobil- und Maschinenbauer, große Fortschritte machen, schreibt die Bundesbank. Die Chemie-, die Metall- und die Elektrobranche blieben weiterhin über dem Durchschnitt. Insgesamt spricht die Bundesbank von einer "verbesserten Risikotragfähigkeit" der Unternehmen, die zudem "komfortable" Liquiditätspolster haben.

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