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BIP-Plus von 1,5 Prozent : Deutsche Wirtschaft dank Lockerungen im Aufwind

Wieder volle Einkaufsstraßen in Stralsund nach dem Lockdown Anfang des Jahres Bild: dpa

Nach einem schwachen Jahresstart geht die Aufholjagd weiter. Vor allem die Privatleute stärken den Aufschwung. Im Herbst könnte das Vorkrisenniveau erreicht sein.

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          Die sinkenden Infektionszahlen und die damit verbundenen Lockerungen der Corona- Einschränkungen haben der deutschen Wirtschaft im Frühjahr einen starken Schub verpasst. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach dem schwachen Jahr 2020 zu Beginn des Jahres wegen des nochmaligen Lockdowns deutlich geschrumpft war, wuchs das BIP in den Monaten April bis Juni um 1,5 Prozent zum Vorquartal. Das teilte Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag nach einer Schnellschätzung mit.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Besonders mitgeholfen haben dabei die Verbraucher, die wieder häufiger in Restaurants gingen und ihren Konsum steigerten. Der GFK-Konsumklimaindex legte im Frühjahr deutlich zu, die Online-Reservierungen in Restaurants lagen im Juni sogar 6 Prozent über dem Juni im Vorkrisenjahr 2019. Aber auch andere wichtige Wirtschaftsbereiche entwickelten sich gut.

          Die Stimmung in der ohnehin gut durch die Krise gekommenen Industrie hellte sich weiter auf. Allerdings machen sich in der Autoindustrie und anderen Produktionsbereichen mehr und mehr Lieferengpässe bei Elektrochips und anderen Vorprodukten bemerkbar, was den Aufschwung erschwert. „Das Verarbeitende Gewerbe hat zwar enttäuscht, doch die Musik spielte im vergangenen Quartal in den Dienstleistungsbereichen, die nach langen pandemiebedingten Einschränkungen eine kräftige Erholung erreichte“, kommentierte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

          Relativ zurückhaltend äußerte sich der Industrieverband BDI: Die aktuell gute Lage in der deutschen Wirtschaft dürfe nicht über drohende Konjunkturrisiken hinwegtäuschen. „Die globale vierte Corona-Welle und anhaltende Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten drohen die noch intakte deutsche und europäische wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte zu gefährden“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Insbesondere knappe Zwischengüter blieben auf mittlere Sicht ein Problem für die deutsche Industrie.

          Bald wieder Vorkrisenniveau?

          Trotz dieser Einschränkungen setzt die deutsche Wirtschaft nach den jüngsten Zahlen ihre Aufholjagd, die im vergangenen Jahr gestartet, dann aber unterbrochen wurde, fort. Die Bundesbank rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt schon im laufenden dritten Quartal sein Vorkrisenniveau erreichen kann. Sie schräkt in ihrem aktuellen Monatsbericht allerdings ein, dass dies nur gelingen wird, wenn es in der Pandemie „zu keinen nennenswerten Rückschlägen kommt und die Lieferengpässe in der Industrie zumindest schrittweise nachlassen“. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt, lag die Wirtschaftsleistung Ende Juni noch 3,4 Prozent unter Vorkrisenniveau.

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