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Bankenaufsicht : Europäische Großbanken stocken Staatsanleihen auf

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Große europäische Banken greifen laut der EU-Branchenaufsicht EBA wieder verstärkt zu Staatsanleihen. Vor allem Banken aus den Euro-Krisenstaaten stecken das Geld, das sie billig von der EZB bekommen, in Staatsanleihen ihrer Herkunftsstaaten.

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          Die gegenseitige Abhängigkeit europäischer Banken und ihrer Heimatstaaten wächst wieder. Die 64 größten Institute aus 21 Ländern hielten Mitte des Jahres 9,3 Prozent mehr Staatsanleihen als 18 Monate zuvor, wie die EU-Bankenaufsicht EBA am Montag in London mitteilte. 2011 hatten sie die Bestände unter dem Eindruck der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum noch um neun Prozent abgebaut. Dabei hatten sich die Bankenregulierer eigentlich vorgenommen, die Verflechtung von Kreditinstituten mit ihren Heimatländern zu beenden, die sich in der Finanzkrise als Teufelskreis erwiesen hatte.

          Doch stecken vor allem Banken aus den Euro-Krisenstaaten das Geld, das sie billig von der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen, in die deutlich höher verzinsten Staatsanleihen ihrer Herkunftsstaaten, wie aus der Erhebung der EBA hervorgeht. So lagen die 199 Milliarden Euro spanischen Staatsanleihen, die die Londoner Behörde in den Büchern aller 64 Banken zählte, bei spanischen Häusern. Ende 2010 waren es erst 78 Prozent. Von 274 Milliarden Euro in italienischen Staatspapieren hielten Banken aus Italien Mitte des Jahres 76 Prozent, nach 59 Prozent Ende 2010. Auch in Irland, Griechenland, Zypern und Großbritannien sind die Anteile der heimischen Institute hoch.

          EU-Behörde: Kapitalpolster von Großbanken im Schnitt bei 11,7 Prozent

          Die EBA hatte die Institute um aktualisierte Daten zu ihrer Kapitalausstattung und zu ihren Staatsanleihen-Beständen gebeten, nachdem der Stresstest auf das nächste Jahr verschoben worden war. Der letzte Stresstest hatte auf Daten von Ende 2011 gefußt. Die Banken greifen auch deshalb zu Staatsanleihen, weil sie nach den gegenwärtigen und künftigen Eigenkapitalregeln als risikofrei gelten und sie dafür kein Kapital vorhalten müssen.

          Insgesamt zog die Aufsichtsbehörde eine positive Bilanz: Die Kapitalausstattung der 64 Banken - darunter zwölf deutsche Institute - sei in den 18 Monaten bis Juni 2013 im Schnitt auf 11,7 von 10,0 Prozent gestiegen. Die Institute hätten ihre Polster von hartem Kernkapital (Core Tier-1) um mehr als 80 Milliarden Euro aufgebessert und zugleich 817 Milliarden Euro an Risiken in den Bilanzen abgebaut. Damit seien sie mindestens so gut kapitalisiert wie ihre Konkurrenz aus den USA. Doch die Zahlen basieren auf dem Kapitalstandard der EBA, der in einigen Punkten laxer ist als die künftigen Basel-III-Regeln, an denen sich EBA und EZB beim nächsten Stresstest richten. Der Bestand an Krediten an Unternehmen und Privatkunden schrumpfte nach den EBA-Daten binnen eineinhalb Jahren um drei Prozent.

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