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Trotz schwächerer Konjunktur : Arbeitsagentur-Chef sagt Zigtausende neue Arbeitsplätze voraus

  • Aktualisiert am

Ist weiter sehr zuversichtlich für den deutschen Arbeitsmarkt: Detlef Scheele Bild: dpa

Droht Deutschland eine höhere Arbeitslosigkeit? Nein, erklärt Detlef Scheele. Und er sagt auch, wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr es dieses Jahr geben wird.

          Führt die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland zu höherer Arbeitslosigkeit? Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) glaubt das nicht. Die Erwerbslosigkeit könnte saisonbereinigt in den kommenden Monaten zwar leicht steigen – parallel dazu werde aber vor allem in konjunkturunabhängigen Dienstleistungsberufen die Zahl der Arbeitsplätze weiter wachsen, prognostiziert Detlef Scheele.

          Seine Mitarbeiter sagen für dieses Jahr im Vergleich zu 2018 ungefähr 680.000 mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte voraus, sagt Scheele. Vor allem in Erziehungsberufen und Pflegeberufen, aber auch in der Logistik oder in Metallberufen sei der Bedarf weiterhin sehr hoch.

          Mit einem konjunkturell bedingten leichten Jobabbau rechnet Scheele dagegen bei ungelernten und angelernten Beschäftigten. „Es werden mehr Menschen aus Helfertätigkeiten arbeitslos. Das betrifft vor allem die Zeitarbeit. Aber es wächst weiterhin das Beschäftigungsvolumen für qualifizierte Mitarbeiter“, macht der BA-Chef deutlich.

          Scheele sieht daher keinen Anlass, sich im Zusammenhang mit der sich abzeichnenden Konjunkturdelle Sorgen um die Finanzen der Bundesagentur zu machen. „Auf den Haushalt der Bundesagentur wird das voraussichtlich keine Auswirkungen haben“, ist der Behördenchef überzeugt. So sei anders als etwa zum Höhepunkt der Finanzkrise im Jahre 2009 die Kurzarbeit mit zuletzt 44.000 Kurzarbeitern nach wie vor auf „sehr niedrigem Niveau“. Die schwache Konjunktur könnte nach seiner Ansicht drei bis vier Quartale andauern, „vielleicht aber auch im vierten Quartal dieses Jahres schon wieder vorbei sein“.

          Sollte in dieser Zeit kurzfristig die Zahl der Kurzarbeiter etwa wegen Auftragsflauten in der Autoindustrie in die Höhe schnellen, womit er aktuell nicht rechne, sei die Bundesagentur mit einer Rücklage von derzeit 23,5 Milliarden Euro gut vorbereitet. „Im schlechtesten Fall müssen wir einen Teil der Rücklagen auflösen“, sagt Scheele: „Denn Kurzarbeitergeld, mit dem ansonsten drohende Entlassungen verhindert werden, ist langfristig gesehen preiswerter und für Arbeitnehmer wie Unternehmen sinnvoller als die Zahlung von Arbeitslosengeld.“

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