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10 Jahre Finanzkrise : Amerikas Banken sind mächtiger denn je

Erfahren in diesen Tagen wieder kritische Aufmerksamkeit: Händler an der New Yorker Börse Bild: AP

Während europäische Geldinstitute noch immer die Folgen der Finanzkrise spüren, stehen die amerikanischen Großbanken zehn Jahre nach der Lehman-Pleite besser da als je zuvor. Woran liegt das?

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          Jamie Dimon, der Vorstandsvorsitzende der größten amerikanischen Bank JP Morgan Chase, ist immer für einen flotten Spruch gut. Am Mittwoch behauptete Dimon, dass er den amerikanischen Präsidenten Donald Trump bei einer Wahl im direkten Vergleich schlagen würde. „Ich bin genauso hartgesotten wie er, ich bin klüger als er“, sagte Dimon, der schon des Öfteren als potentieller Finanzminister oder als Präsidentschaftskandidat der Demokraten gehandelt wurde.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Dann stichelte Dimon noch, dass er in einem ärmeren Viertel des New Yorker Stadtteils Queens aufgewachsen sei als Trump und sein Geld im Übrigen selbst verdient habe. „Es war kein Geschenk von Daddy“, sagte Dimon mit Hinweis auf Trumps Anfänge in der Immobiliengesellschaft seines Vaters.

          Es dauerte nur eine Stunde, bis Dimon in einer offiziellen Mitteilung seine Aussagen relativierte. „Ich hätte es nicht sagen sollen. Ich will nicht Präsident werden“, ließ sich Dimon zitieren. „Es zeigt nur, dass ich kein guter Politiker wäre.“ Trumps Antwort ließ dennoch nicht lange auf sich warten: Über den Kurznachrichtendienst Twitter sprach er Dimon nicht nur die Eignung als Präsident ab, er nannte den Banker auch einen „erbärmlichen Redner“ und ein nervöses Wrack. „Wegen mir stehen viele Banker und andere heute viel besser da“, findet Trump.

          Führende Banken wuchsen in der Krise

          Dimons Sprüche zeigen dennoch, dass amerikanische Banker wieder vor Selbstbewusstsein strotzen. Dass sich ein Spitzenbanker öffentlich und stolz als reich und als Self-Made-Man bezeichnet, wäre vor einigen Jahren kaum denkbar gewesen. Es gibt auch keine Demonstrationen vor Dimons New Yorker Apartmentgebäude mehr wie zu Zeiten der Occupy-Wall-Street-Bewegung, deren Mitglieder nach der Finanzkrise gegen die Macht der Banken auf die Straßen gingen.

          Die Millionengehälter der Banker – Dimon verdiente 2017 inklusive Bonus 28 Millionen Dollar – sorgen nicht mehr für große öffentliche Aufregung. Schlagzeilen machen Banken vor allem mit Rekordgewinnen. Zehn Jahre nach Beginn der amerikanischen Hypothekenkrise, die sich zu einer globalen Finanzkrise ausweitete, sind Amerikas Banken mächtiger denn je.

          JP Morgan Chase kommt auf einen Börsenwert von 380 Milliarden Dollar und ist damit die wertvollste Bank der Welt. Im Dow-Jones-Index rangiert sie an dritter Stelle hinter Apple und Microsoft. Auch die anderen drei Großbanken, die Bank of America, Wells Fargo und die Citigroup zählen zu den größten amerikanischen Aktiengesellschaften. Die Citigroup ist mit vergleichsweise geringen 177 Milliarden Dollar an der Börse immer noch mehr als siebeneinhalb Mal so viel wert wie die Deutsche Bank.

          Krisengewinner: Die Bank JP Morgan Chase kommt auf einen Börsenwert von 380 Milliarden Dollar und ist damit die wertvollste Bank der Welt.

          Nach einer starken Konsolidierung in den Jahren vor der Finanzkrise sind die führenden amerikanischen Banken im Zuge der Krise noch größer geworden. Die einzige Ausnahme war die Citigroup, die erste echte amerikanische Universalbank, also ein Finanzinstitut, das sowohl Kreditgeschäft also auch Investmentbanking unter einem Dach anbietet.

          In Amerika waren diese Geschäfte jahrzehntelang gesetzlich getrennt. Die Citigroup speckte nach der Finanzkrise, die sie hart getroffen hatte, ab und konzentriert sich vor allem auf das Kreditgeschäft mit Firmenkunden und Investmentbanking, also die Beratung von Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen sowie Börsengängen.

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