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150 Milliarden Euro : Banken brauchen womöglich mehr Kapital

  • Aktualisiert am

Frankfurts Bankentürme Bild: Eilmes, Wolfgang

Für Banken ist künftig eine Kernkapitalquote von 9 Prozent im Gespräch. Dann bräuchten die 55 größten europäischen Banken 150 Milliarden Euro.

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          Die europäischen Banken müssen möglicherweise mit deutlich mehr Kapital ausgestattet werden als bisher erwartet. Nach Informationen aus Banken- und Aufsichtskreisen zeichnet sich ab, dass Banken nach Abschreibung etwaiger Verluste auf Staatsanleihen auf den Marktwert eine Kernkapitalquote von 9 Prozent ihrer gewichteten Aktiva vorhalten müssen. Dies ist ein wesentlich höheres Sicherheitspolster, als bisher von Analysten in der Londoner City für notwendig erachtet worden war. Im Verwaltungsrat der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) scheint man sich nach Informationen dieser Zeitung weitgehend darauf geeinigt zu haben, auch wenn die Diskussion noch im Fluss ist.

          EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte am Mittwoch im Europaparlament keine konkreten Zahlen. Er sagte aber, „vorübergehend“ solle von den Banken eine höhere Eigenkapitalquote verlangt werden. Diese solle „den eingegangenen Risiken Rechnung tragen“. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass nicht alle Banken dieselbe Quote erfüllen müssen. Die Details müsse die EBA vorschlagen, sagte Barroso. Er wiederholte die auch von der Bundesregierung vertretene Formel, dass die Banken zuerst auf privates Kapital und dann gegebenenfalls auf die Unterstützung nationaler Bankenrettungsfonds zurückgreifen müssten. Erst wenn keine nationale Hilfe zur Verfügung stehe, könne die Bankenkapitalisierung indirekt vom Euro-Krisenfonds EFSF - durch Darlehen an die Nationalstaaten - übernommen werden, sagte Barroso.

          Mehr Geld für die Banken: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso
          Mehr Geld für die Banken: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso : Bild: dapd

          Diese Linie hat mittlerweile auch Frankreich akzeptiert. Haushaltsministerin Valérie Pécresse sagte am Mittwoch in Paris, Frankreich sei für eine eventuelle Stützung der Banken nicht auf die EFSF angewiesen. Ursprünglich hatte die Regierung in Paris dafür geworben, die EFSF möglichst direkt für die Bankenrekapitalisierung einzusetzen. Barroso schlug außerdem vor, bis zum Vollzug der Rekapitalisierung sollten die nationalen Bankaufsichtsbehörden die Auszahlung jeglicher Dividenden und Boni in den Instituten verbieten.

          Würde eine Kernkapitalquote von 9 Prozent angesetzt, müssten nach Berechnungen von Bankökonomen die 55 größten europäischen Banken mindestens mit 150 Milliarden Euro Kapital gestärkt werden, selbst wenn nur die Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen berücksichtigt werden. Es sollen aber die Marktbewegungen aller Staatsanleihen in die Rechnung einfließen, sowohl der Wertverlust der Peripherieanleihen wie auch der Wertzuwachs der Staatsanleihen der Kernländer.

          Die EU-Staats- und -Regierungschefs wollen auf ihrem Gipfeltreffen in zehn Tagen Beschlüsse zur Bankenrekapitalisierung treffen. Barroso forderte eine Lösung auch der anderen offenen Fragen in der Euro-Krise. Er schlug vor, den permanenten Stabilisierungsfonds ESM, der 2013 die EFSF ablösen soll, schon Mitte 2012 in Kraft treten zu lassen. Viele Mitgliedstaaten lehnen dies bislang ab.

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