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Konjunktur : Zahl der Insolvenzen auf Rekordwert

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die andauernde Stagnation der deutschen Wirtschaft hinterläßt Spuren in der Pleitenstatistik. Mit fast 40.000 erreichte die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen einen neuen Höchststand. Vor allem aber nehmen die Verbraucherpleiten zu.

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          Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist 2003 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent auf 39.320 Fälle und damit auf einen neuen Höchststand gestiegen. Dabei seien vor allem kleinere und mittlere Unternehmen betroffen gewesen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen, am Donnerstag in Frankfurt. Als Grund für die negative Entwicklung verwies er vor allem auf die schwache Konjunktur. Für das laufende Jahr rechnet Hahlen mit einer Beruhigung des Insolvenzgeschehens.

          Im Gegensatz zu 2002 - als etwa die Baufirma Holzmann Insolvenz anmeldete - seien allerdings weniger große und bekannte Unternehmen zahlungsunfähig geworden. Bekannte Fälle waren 2003 u.a. Grundig und Aero Lloyd. Die gesamten offenen Forderungen gingen 2003 den weiteren Angaben zufolge auf rund 42 Milliarden Euro zurück von rund 62 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch die Zahl der von einer Insolvenz betroffenen Arbeitnehmer verringerte sich, und zwar auf rund 220.000 (Vorjahr: 270.000) Personen. Hahlen bezeichnete die Entwicklung dennoch als gravierend.

          Zudem hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts der Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen im zweiten Halbjahr 2003 auf 0,4 Prozent abgeschwächt, während es im ersten Halbjahr noch 9,1 Prozent mehr Insolvenzen gab als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 2003 in Deutschland 100.723 Insolvenzfälle verzeichnet, das waren nach Hahlens Angaben 19,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Privatschuldner entfielen 61.403 Fälle (plus 31,1 Prozent). In Westdeutschland nahmen die Insolvenzen 2003 insgesamt um 22 Prozent und in Ostdeutschland um 7,5 Prozent zu. Dabei erhöhte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nur in den alten Ländern (plus 11 Prozent), während sie in den neuen Ländern um 14 Prozent auf 7.575 Fälle abnahm.

          Im Dezember stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen den Wiesbadener Statistikern zufolge um 6,9 Prozent auf 3.136 Fälle. Insgesamt wurden von den deutschen Amtsgerichten für Dezember 8.276 Insolvenzen gemeldet, das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auf übrige Schuldner entfielen 5.140 (plus 34 Prozent), davon wiederum auf Verbraucher 2.946 Fälle (plus 56 Prozent).

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