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Schwache Industrie : Verkehrte Welt

Privatleute haben der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal geholfen: Sie sind häufiger ins Restaurant oder in die Fußgängerzonen gegangen. Bild: dpa

Deutschland konnte sich stets auf seine starke Industrie verlassen – das ist erstmal vorbei. Den Privatleuten ist es zu verdanken, dass die Wirtschaftsleistung überhaupt zugelegt hat.

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          Es war so etwas wie ein Naturgesetz für die deutsche Wirtschaft: Egal wie schwer die Krisen auch sind, die Industrie bleibt stark, verkauft ihre Maschinen und Autos in die ganze Welt und schafft hierzulande Arbeit und Steuereinnahmen. Auch während der Corona-Pandemie war das die Überlebensversicherung, die schlimmere Einschnitte für die Menschen verhindert hat.

          Doch nun ist dieses Naturgesetz erst einmal außer Kraft gesetzt. Die Industrie hat im Frühjahrsquartal stagniert oder ist sogar etwas geschrumpft. Dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal überhaupt in überschaubarem Maße zugelegt hat, ist den Privatleuten zu verdanken. Sie sind wieder häufiger ins Restaurant, zum Friseur und in die Fußgängerzonen gegangen.

          Die offene Frage ist nun, wie schnell die Industrie wieder in Fahrt kommt, was vor allem davon abhängt, ob genügend Computerchips und andere Vorprodukte in den Fabriken ankommen. Die Prognosen dafür klangen zuletzt düster. Ob die deutsche Wirtschaft bis Ende des Jahres wieder so stark ist wie vor Corona ist daher sehr unsicher.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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