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Konjunktur : Skepsis bei Amerikas Verbrauchern

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Amerikas Wirtschaft braucht zuversichtliche Konsumenten. Doch genau daran hakt es gerade. Die Börse reagiert empfindlich.

          Völlig überraschen konnte es eigentlich nicht: Als am 15. Februar die Daten der Universität Michigan zum amerikanischen Verbrauchervertrauen unerwartet einbrachen, deutete sich bereits an, dass die Zuversicht der Amerikaner in einen raschen Aufschwung bröckelt. Diese Skepsis wurde nun noch mal untermauert.

          Auch das Conference Board, ein privates Wirtschaftsforschungsinstitut, führt monatlich eine Umfrage zum Verbrauchervertrauen durch. Und das Ergebnis der Februar-Studie bestätigt die vorläufigen Erkenntnisse der Kollegen aus Michigan: Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die heimische Wirtschaft ist wieder gesunken. Und zwar wesentlich deutlicher als von Volkswirten erwartet. So fiel der Index auf 94,1 von 97,8 Punkten. Erwartet worden war im Schnitt ein Stand von 96,8 Punkten.

          Volkswirte werten den Index als wichtigen Indikator für die Nachfrage- und damit Konjunkturentwicklung in den USA. Von einem gestiegenen Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die künftige Wirtschaftsentwicklung versprechen sich Volkswirte ein Anziehen des Konsums. Der private Verbrauch macht in den USA rund zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes aus.

          Aufschwung nur ein Strohfeuer?

          Lynn Franco vom Conference Board verwies darauf, dass die Teilindizes trotz der Abschwächung gegenüber dem Niveau des Vormonats in den kommenden Monaten nach wie vor auf lebhafte Ausgaben der Verbraucher hindeuteten. Er sei überzeugt, dass die US-Verbraucher weiterhin als Stütze der sich erholenden Wirtschaft betrachtet werden könnten.

          Das sahen Volkswirte etwas anders. "Der jüngste Bericht zeigt, dass die Erholung noch nicht unmittelbar bevorsteht", sagte Carey Leahey von Deutsche Bank Alex. Brown in New York. „Dieser Bericht spiegelt die Sorge der Märkte über das Ausmaß der Erholung wider", erklärte ein weiterer Volkswirt. Andrew Delano von Ideaglobal in New York wollte nicht ausschließen, dass sich der Enron-Skandal auf das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft ausgewirkt haben könnte. Andere Analysten sahen in den Daten ein Indiz für die Nervosität der Verbraucher auch angesichts der Kursverluste an den Aktienmärkten.

          Auch an der Börse überwog die Skepsis. Unmittelbar in Anschluss an die Veröffentlichung der Daten sanken die wichtigsten Aktienindizes. Der Dax rutschte zwar nicht ins Minus, musste aber einen Großteil seiner dank des starken ifo-Index akkumulierten Gewinne vom Vormittag abgeben. “Die Frage ist, war der Aufschwung nur ein Strohfeuer“, umschrieb ein Händler die herrschenden Sorgen auf dem Parkett..

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