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Konjunktur : Sie saufen nicht

Ifo-Geschäftsklima-Index Bild: F.A.Z.

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft trübt sich ein - das zeigen die neuen Ifo-Zahlen. Die Krise schwelt weiter. Das zeigt auch, dass die EZB nicht allmächtig ist.

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          Die schlechten Ifo-Zahlen haben den Frühlingsbeginn verhagelt. Einen so starken Rückgang des deutschen Geschäftsklimas hatte kaum ein Volkswirt erwartet. Damit steigt das Risiko, dass die prognostizierte Belebung der Konjunktur im Frühjahr ausbleibt. Zwar zeigt der Sechs-Monate-Durchschnitt der Stimmungskurve noch nach oben, doch es fehlt an Schwung.

          Im Ifo-Höhenflug seit Herbst drückte sich auch die Hoffnung aus, dass die Eurokrise durch die umstrittene Ankündigung der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Staatsanleihen eingedämmt worden sei. Aber die Krise schwelt weiter. Es zeigt sich, dass die EZB nicht allmächtig ist. Obwohl sie den Leitzins auf Rekordtief gesenkt und die Banken mit Liquidität überschwemmt hat, kommt das billige Geld nicht in der Realwirtschaft an.

          Das hat zwei Gründe: Zum einen sind die Banken in den Krisenländern vorsichtig und verschärfen die Kreditvergabestandards. Zum anderen stecken die Südländer so tief in der Rezession, dass Unternehmen keine Investitionen mehr wagen und deshalb wenig Kredite nachfragen. Die EZB hat an der Tränke viel Liquidität bereitgestellt - aber die Zugpferde der Konjunktur wollen nicht saufen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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