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Konjunktur : Schlechte Nachrichten

  • Aktualisiert am

          Viele Konjunkturmeldungen der vergangenen Wochen stimmen eher pessimistisch für die nächsten Monate. Eine Auswahl:

          USA

          - 6. Juli -- Die Beschäftigtenzahlen (ohne Landwirtschaft) für Juni fielen mit 114.000 weniger neuen Arbeitsplätzen schwächer aus als erwartet. Allerdings wurden die Zahlen für Mai und April um 27.000 beziehungsweise 17.000 nach oben revidiert. Am schwierigsten ist die Beschäftigungslage nach wie vor in der Industrie, wo 113.000 Jobs verloren gingen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,5 Prozent. Legt man den Jahresdurchschnittswert zugrunde, so ist die Arbeitsplatzschaffung sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor jetzt auf ihrem niedrigsten Stand seit der letzten Rezession.

          - 9. Juli -- Bei den Verbraucherkrediten machte sich im Mai eine abnehmende Tendenz bemerkbar. Das mag als gute Nachricht aufgenommen werden, deutet aber wahrscheinlich eher auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin.

          -- Kräftige Umsatzsteigerungen meldeten zwar Walmart und andere Discount-Ketten, aber viele Facheinzelhändler (u.a. Federated, Gap, May) legten im Juni schlechtere Absatzzahlen vor.

          - 17. Juli -- Die Industrieproduktion sank im Juni zum neunten Mal in Folge, und zwar um 0,7 Prozent. Die Schwäche ist auf breiter Front sichtbar. Im Jahresvergleich liegt die Industrieproduktion sogar um 3,5 Prozent niedriger. Die Kapazitätsauslastung hat mit nur noch 77 Prozent ihren tiefsten Stand seit 18 Jahren erreicht.

          - 22. Juli -- Im zweiten Quartal gingen die Exporte bei PCs um zwei Prozent zurück, es war der erste Rückgang überhaupt in einem Jahresvergleich. Auf dem US-Markt sank der PC-Absatz um 8,1 Prozent, auch in Europa war die Absatzentwicklung schwach. In Asien lagen die Absatzzahlen unter den Erwartungen.

          - 27. Juli - Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal nur um 0,7 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres gewachsen. So wenig Wachstum gab es zuletzt 1993. Volkswirte waren von einem etwas höheren BIP-Plus ausgegangen.

          - 31. Juli -- Das amerikanische Verbrauchervertrauen ist im Juli erneut gesunken, befindet sich allerdings noch deutlich über dem Niveau vom Februar, als es auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren gefallen war.

          -- Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index fiel im Juli auf den niedrigsten Stand seit März und deutet auf einen starken Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe hin.

          Euroland

          - 5. Juli - Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit wächst in Deutschland weiter und zwar um 22.000 im Juni. Nicht bereinigt um saisonale Einflüsse gibt es 3,7 Millionen Arbeitslose - das entspricht einer Quote von 8,9 Prozent. Ein Erreichen des von Bundeskanzler Schröder genannten Wahlziels von 3,5 Millionen Arbeitslosen bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode scheint immer unrealistischer.

          - 20. Juli - Die Zahlen zur Industrieproduktion in Euroland enttäuschen. Gegenüber dem Vorjahresmonat schrumpfte die Produktion im Mai um 0,1 Prozent. Analysten waren von einem Wachstum ausgegangen.

          - 23. Juli -- Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni unerwartet deutlich eingetrübt. Der viel beachtete ifo Index sinkt erneut und fällt auf den niedrigsten Stand seit August 1996. Vor allem die Erwartungshaltung der befragten Manager lässt eine weitere Eintrübung befürchten.

          - 31. Juli - Die französische Arbeitslosenquote steigt im Juni auf 8,8 Prozent. Das ist mehr als erwartet. Offenbar reagiert die Wirtschaft viel schneller mit Entlassungen auf die aktuelle Konjunkturschwäche als in den vergangenen Rezessionen.

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