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Konjunktur : OECD sieht Deutschland vor einem Aufschwung

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Bild: dpa

Trotz der hohen Öl- und Rohstoffpreise sieht die OECD gute Voraussetzungen für eine weltweite Erholung der Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft stehe nach dem Einbruch im Herbst am Anfang eines Aufschwungs.

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          Trotz einer unerwartet starken Bremswirkung der hohen Öl- und Rohstoffpreise sieht die OECD gute Voraussetzungen für eine weltweite Erholung der Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft stehe nach dem überraschenden Einbruch im Herbst jetzt am Anfang eines Aufschwungs, sagte der OECD-Chefökonom Jean-Philippe Cotis am Donnerstag in Paris. Im ersten und zweiten Quartal 2005 werde die deutsche Wirtschaft jeweils um 0,5 Prozent wachsen.

          Im vierten Quartal habe Deutschland mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent negativ überrascht, sagte Cotis. In Japan sei die Wirtschaft sogar in den vergangenen drei Quartalen geschrumpft. Im laufenden Quartal wachse die Wirtschaft in Japan und der Euro-Zone aber wieder mit einer Jahresrate von zwei Prozent. Die Vereinigten Staaten schnitten mit einer Jahresrate von drei Prozent noch besser ab.

          Deutschland sei weniger widerstandsfähig gegen äußere Schocks wie den Ölpreisanstieg als andere Länder. Die bisherigen Strukturreformen seien aber „eine ermutigende Investition in die Zukunft“, sagte Cotis. Die Inlandsbestellungen von Investitionsgütern hätten zuletzt mit einem Jahresrhythmus von sechs Prozent zugenommen. Die Krise des Verbrauchervertrauens liege „vielleicht hinter uns“ und die Kapazitätsauslastung erreiche Normalniveau. „Wir kommen langsam dahin, daß die Unternehmen ihre Geldmittel für Investitionen“ nutzen. Dies werde über größere Nachfrage nach Arbeit die Kaufkraft und das Wachstum stärken.

          In Japan diagnostizierte Cotis eine leichte Deflation. Die neu geschaffenen Stellen seien oftmals nur befristet und schlechter entlohnt, so daß die Binnennachfrage geschrumpft sei. Die Investitionen zögen aber an und die Unternehmensgewinne stiegen.

          In den Vereinigten Staaten habe die Inlandsnachfrage trotz der Dollarschwäche die Importe nach oben gezogen und im 4. Quartal 2004 ein Wachstum von 0,8 Prozent gesichert. Doch bleibe das Staatsdefizit „für die OECD ein beunruhigender Punkt“. Im amerikanischen Budget sehe er „keine Elemente, die einen spektakulären Abbau der Defizite erwarten“ ließen, sagte Cotis.

          Hohe Unternehmensgewinne werden laut Cotis die Investitionen in den Vereinigten Staaten auf hohem Niveau halten und in Europa anziehen lassen. Der private Verbrauch profitiere weltweit vom Rückgang der Ölpreise. Die Risiken eines erneuten Anstiegs der Ölpreise oder des Euro-Kurses träfen vor allem die Euro-Staaten, sagte Cotis.

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