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Konjunktur : Notenbank sieht Spanien in der Rezession

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Eine Verschlimmerung der Situation in Spanien hätte weitreichende Auswirkungen auf die Stabilität des Finanzsystems Bild: REUTERS

Spanien bleibt weiterhin eines der Sorgenkinder in der Schuldenkrise. Die spanische Zentralbank rechnet dieses Jahr mit einer um 1,5 Prozent schrumpfenden Wirtschaftsleistung und setzt 2013 auf eine leichte Erholung. Der Internationale Währungsfonds ist pessimistischer.

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          Spanien steht in diesem Jahr vor einem Konjunktureinbruch. Nach einer Prognose der Zentralbank in Madrid wird die Wirtschaftskraft des Landes 2012 um 1,5 Prozent schrumpfen. Die Arbeitslosenquote werde infolge der Rezession auf 23,4 Prozent steigen, teilte die Bank am Montag in ihrem Quartalsbericht mit. Die wichtigste Ursache sei ein starker Rückgang der Inlandsnachfrage.


          Für das kommende Jahr erwartet die Notenbank wieder eine leichte Erholung. Die Zentralbank geht für 2013 von einem Wachstum von 0,2 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 23,3 Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist pessimistischer: Der Fonds rechnet laut Agenturberichten damit, dass die Leistung der viertgrößten Volkswirtschaft im Euroraum dieses Jahr um 1,7 Prozent und 2013 um 0,3 Prozent schrumpft.

          Banco de España sieht Spanien bereits in der Rezession

          Im vergangenen Jahr erzielte Spanien ein Wachstum von insgesamt 0,7 Prozent. Im vierten Quartal 2011 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zu den vorigen drei Monaten aber um 0,3 Prozent gesunken, heißt es in dem Papier der Notenbank. Damit befinde sich Spanien praktisch bereits in einer Rezession, da der Schrumpfungsprozess auch im ersten Quartal 2012 anhalte. Von einer Rezession spricht man, wenn das BIP eines Landes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sinkt.


          Die neue konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will das Land mit einem harten Sparkurs aus der Krise führen. Bis Mitte Februar sollen zudem Reformvorschläge für den Arbeitmarkt und die Haushaltspolitik vorgelegt werden, mit
          denen Spanien verlorengegangenes Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen will. Möglicherweise will die Regierung allerdings aus wahltaktischen Gründen ihre drastischen Haushaltseinsparungen bis nach der Regionalwahl in Andalusien im März aufschieben. Damit würde das Risiko zunehmen, dass Spanien sein Haushaltsziel das zweite Jahr in Folge nicht erreicht. Die von Ministerpräsident Rajoy geführte konservative Volkspartei (PP) versucht in Andalusien, die dort seit 30 Jahren regierenden Sozialisten abzulösen.

          Die jetzige Regierung schätzt das Haushaltsdefizit für 2011 auf rund acht Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Die sozialistische Vorgängerregierung hatte ein Ziel von sechs Prozent vom BIP vorgegeben. Das Ziel von 4,4 Prozent für 2012 hatte die frühere Regierung noch unter Zugrundelegung eines Wirtschaftswachstums von 2,3 Prozent gesetzt. Finanzminister Cristobal Montoro sagte bereits in der vergangenen Woche, Spanien befinde sich in einer Rezession.

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