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Konjunktur : IWF warnt vor zahlreichen Risiken

Der IWF rechnet damit, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,5 Prozent wächst.

Der IWF rechnet damit, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,5 Prozent wächst. Bild: DAPD

Die Wirtschaftsprognosen fallen wieder optimistischer aus: Der Internationale Währungsfonds korrigiert seine Wachstumserwartungen leicht nach oben, auch der ZEW-Indikator steigt. Beide Organisationen sehen aber noch deutliche Risiken.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) betont die Risiken für die Weltwirtschaft, hat seine Konjunkturprognosen aber etwas nach oben korrigiert. Für Deutschland erwartet er nun 0,6 statt nur 0,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Die Rettungsschirme im Euroraum hätten geholfen, die Risiken zu verringern. „Aber die Weltwirtschaft bleibt ungewöhnlich verletzlich“, heißt es im Weltwirtschaftsausblick des IWF, der am Dienstag in Washington vorgestellt wurde. „Brandmauern allein können die schwierigen Haushalts-, Wettbewerbs- und Wachstumsprobleme nicht lösen“, schreibt IWF-Chefökonom Olivier Blanchard im Vorwort des Berichts. Er warnte vor zu scharfen Sparprogrammen.

          Langsame Festigung des Wachstums

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der IWF fordert die Europäische Zentralbank zu weiteren Zinssenkungen auf. Zudem solle sie die Krisenmaßnahmen beibehalten. Die unmittelbar größten Risiken seien die Euroraum-Krise, die durch eine schwache Kreditvergabe verschärft werde, sowie geopolitische Spannungen, die zu einem Ölpreisanstieg führen.

          Einige Indikatoren deuteten aktuell auf eine langsame Festigung des Wachstums seit dem Tiefpunkt im ersten Quartal 2012 hin. So erwartet der IWF nun für dieses Jahr ein Wachstum von 3,5 Prozent der Weltwirtschaft nach rund 4 Prozent im Vorjahr. Von den wichtigen Wirtschaftsregionen steht Europa derzeit am schlechtesten da und steckt in einer Rezession. Der IWF prognostiziert ein Schrumpfen des BIP um 0,3 Prozent. Das liegt vor allem an Italien (1,9 Prozent Rückgang des Bruttoinlandsprodukts) und Spanien (minus 1,8 Prozent), wogegen für Deutschland 0,6 Prozent BIP-Anstieg und für Frankreich ein Plus von 0,5 Prozent erwartet werden. Gegenüber seiner Januar-Prognose hat der IWF für die meisten Länder die Prognosen um ein bis drei Zehntel Prozentpunkte erhöht, für Spanien jedoch um 0,2 Punkte reduziert.

          ZEW-Indikator legt abermals zu

          Positiv überrascht hat am Dienstag die Einschätzung der Finanzanleger zur deutschen Konjunktur. Der ZEW-Indikator, der auf einer Umfrage von Börsenexperten beruht, ist im April zum fünften Mal in Folge – wenn auch nur leicht – gestiegen, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. „Die Finanzmarktexperten halten den positiven Ausblick für das nächste halbe Jahr aufrecht“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Es zeige sich allerdings doch, dass der Optimismus durch erhebliche Risiken gebremst werde, wie beispielsweise die Schwäche wichtiger Handelspartner, die Rohstoffpreise und die Staatsschuldenkrise im Euroraum.

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