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Konjunktur : Gute Nachrichten

  • Aktualisiert am

          Zeichen für eine konjunkturelle Erholung gibt es durchaus - man muss sie nur entsprechend deuten können. Im Folgenden eine Reihe von Konjunktur-Meldungen der vergangenen Wochen aus den USA und aus Euroland, die eher optimistisch stimmen:

          USA

          - Ende Juni -- Die Verkaufszahlen bei Autos und LKWs "made in USA" stiegen im Juni auf eine Jahresrate von 13,9 Millionen nach 13,7 Millionen im Mai.

          - 2. Juli -- Der Index der Einkaufsmanager kletterte von 42,1 im Mai auf 44,7 im Juni. Das ist der höchste Stand seit sieben Monat.

          - 3. Juli -- Die Ordereingänge der herstellenden Industrie lagen im Mai 2,5 Prozent höher als im Vormonat, allerdings immer noch 6,2 Prozent unter Vorjahresniveau.

          - 5. Juli -- Der Index der Einkaufsmanager für den Dienstleistungssektor stieg im Juni auf 52,1 Prozent, ein kräftiges Plus gegenüber den 46,6 Prozent im Mai. Dieser Index zeigt, wie gesund der tertiäre Sektor ist. Der Anstieg ist übrigens der erste seit drei Monaten und der Indexstand der höchste seit Dezember.

          - 13. Juli -- Laut dem Index der Universität von Michigan verbesserte sich das Verbrauchervertrauen stärker als erwartet, der Index stieg um 1,1 auf 93,7. Das bedeutet wiederum, die Amerikaner haben ihre Konsumlust nicht verloren.

          -- Die Einzelhandelsumsätze stellten sich mit Zuwächsen von nur 0,2 Prozent im Juni schwächer als erwartet dar; ohne die Autoverkäufe fielen sie sogar um 0,2 Prozent. Auf den ersten Blick sieht das nicht positiv aus, aber auf den zweiten sehr wohl: denn einschließlich der Autoverkäufe, aber ohne Treibstoff (hier gingen die Umsätze preisbedingt um 1,8 Prozent zurück) verbesserten sich die Umsatzzahlen des Einzelhandels um immerhin 0,4 Prozent. Überhaupt, warum sollten die Autoverkäufe außen vor bleiben?

          -- Laut Index der Einkaufsmanager halten nur 14 Prozent der Unternehmen ihre Lagerbestände für "zu hoch". Das sind zwar immer noch viele, aber schon deutlich weniger als die 26 Prozent im Januar. Die Autobauer haben keine Mühen gescheut, um ihre Lieferzeiten für die Abnahmekontingente des Handels von 90 auf 60 Tage zu verkürzen, was für die Branche als kurzfristig gilt.

          -- Die Benzinpreise sind seit ihrem Hoch von Mitte Mai um fast 20 Prozent gefallen. Nach Schätzungen bleiben damit in diesem Quartal zusätzliche 30 Milliarden Dollar in den Geldbeuteln der Verbraucher, also fast so viel wie die 40 Milliarden Dollar an Steuerrückerstattungen.

          - 16. Juli -- Insgesamt haben sich die Lagerbestände im Mai gegenüber April nicht verändert. Der Lagerumschlag erreichte mit 1,42 seinen tiefsten Stand im laufenden Jahr.

          -- Die Zahl der Baubeginne im Wohnungsbau stieg im Juni im Vergleich zum Vormonat um drei Prozent und im Jahresvergleich um 6,3 Prozent.

          - 19. Juli -- Das Handelsbilanzdefizit der USA verringerte sich im Mai um 3,7 Milliarden Dollar (11,6 Prozent). Die Nachfrage nach Importgütern nahm stärker ab als die Exporte zulegten. Die Exporte stiegen trotz schwacher Konjunktur in den Auslandsmärkten um 800 Millionen Dollar.

          - 1. August Merrill Lynch stuft die wegweisende Halbleiterbranche hoch und sagt, das Schlimmste sei überstanden. Am nächsten Tag kommt Intel-Chef Craig Barrett für den weltgrößten Chip-Hersteller zu einer ähnlichen Aussage: „Die Industrie hat die Talsohle durchschritten. Im dritten und vierten Quartal werden wir eine erhöhte Nachfrage erleben“.

          Euroland

          - 9. Juli -- Im Mai fiel der Anstieg der deutschen Industrieproduktion mit einem Monatsplus von 0,9 Prozent deutlich kräftiger aus als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde allerdings ein Minus von 1,8 Prozent gemessen.

          - 13. Juli -- Die Zahl der neuzugelassenen Autos in Westeuropa ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp sieben Prozent gestiegen. In den Vormonaten war die Zahl noch rückläufig. Vor allem Peugeot, Renault, Ford und VW sind gefragt. Für Deutschland wird ein Plus von immerhin 3,5 Prozent registriert.

          - 24. Juli -- Die deutschen Verbraucherpreise sinken weiter. Nach dem Höhepunkt im Mai von 3,5 Prozent fiel die Teuerungsrate im Juli auf 2,7 Prozent. Das gibt der EZB Spielraum für eine baldige Zinssenkung. Auch in der Euro-Zone geht die Inflationsrate stärker zurück als erwartet.

          - 24. Juli -- Die französischen Konsumausgaben sind um Juni deutlich gestiegen. Vor allem Fahrzeuge wurden gerne gekauft, aber auch andere Bereiche erfreuten sich zunehmender Nachfrage. Als Grund für die wieder erwachte Konsumbereitschaft wird die zurückgehende Inflationsrate ausgemacht.

          - Ende Juli -- Der Euro hat sich im Juli außerordentlich gut geschlagen. Die Einheitswährung stieg auf über 0,88 Cents und scheint aus der gröbsten Schwächephase heraus. Die neu gewonnene Stärke macht Importe billiger, senkt die Inflationsrate und könnte der EZB eine Zinssenkung leichter machen.

          - 1. August -- Deutsche Autobauer stehen nach wie vor gut da. Obwohl in Amerika insgesamt die Absatzzahlen gesunken sind, konnten die Deutschen im Gegensatz zur Konkurrenz im Juli mehr Fahrzeuge auf dem US-Markt verkaufen.

          - 2. August -- Immerhin jedes dritte deutsche Unternehmen bewertet die aktuelle Geschäftslage noch als gut und nur jedes fünfte sieht sie negativ. Das geht aus der Sommerumfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages hervor.

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