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Konjunktur : Greenspan gibt sich deutlich optimistisch

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Alan Greenspan mit guten Nachrichten Bild:

Fed-Präsident Alan Greenspan sieht Licht am Ende des Tunnels. Die Rezession in den USA nähere sich dem Ende, die Verbrauchernachfrage nehme zu.

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          Der US-Notenbank-Chef Alan Greenspan hat am Donnerstag ein rosigeres Bild vom Zustand der US-Wirtschaft gezeichnet als noch vor rund einer Woche. Die Erholung der US-Wirtschaft sei auf gutem Wege, sagte Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senats.

          Entgegen seiner üblichen Praxis revidierte Greenspan überraschend seine erst vor einer Woche gehaltene Rede vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses. „Die jüngsten Daten lassen zunehmend darauf schließen, dass die wirtschaftliche Expansion bereits auf gutem Wege ist, obwohl eine Reihe von Einflüssen, die für diesen Zyklus einzigartig sind, vermutlich bremsend wirken", sagte Greenspan.

          Er sehe in jüngster Zeit ermutigende Anzeichen dafür, dass die Verbrauchernachfrage stärker werde, fügte Greenspan hinzu. Er gehe nunmehr davon aus, dass die wirtschaftliche Erholung bereits deutlich im Gang sei, sagte Greenspan. Es gebe vorsichtige Anzeichen dafür, dass die Kontraktionsphase dieses Konjunkturzyklus' zu Ende gehe.

          Greenspan bezweifelt Produktivitätszuwachs

          Greenspan hat jedoch Zweifel an dem hohen Produktivitätszuwachs der US-Wirtschaft von 5,2 Prozent im vierten Quartal angemeldet. Wie schon vor einer Woche vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses äußerte sich Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senats skeptisch über die Zuverlässigkeit der vom US-Arbeitsministerium berechneten Zahlen.

          Dass die Produktivität so stark gestiegen sein soll, ist nach Ansicht des Fed-Chairman eher unwahrscheinlich. Schalte man jedoch einige statistische Verzerrungen (“noise“) aus, zeige das Ergebnis dennoch, “dass in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre etwas fundamental Wichtiges geschehen ist“, so Greenspan weiter. Dieses stimme ihn sehr zuversichtlich hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Produktivität.

          Greenspan kritisiert US-Stahlzölle

          Der US-Notenbankchef hat seine Zweifel an der Notwendigkeit des von der Regierung von Präsident George W. Bush geplanten Konjunkturprogramms im Volumen von rund 100 Milliarden Dollar bekräftigt. Vor dem Bankenausschuss des US-Senats sagte Greenspan am Donnerstag, er bezweifele, dass sich die US-Wirtschaft erneut abschwächen werde, wenn das Programm nicht verabschiedet werde. "Die wesentliche Frage, über die der Kongress entscheiden muss ist die, ob die daraus für den Haushalt entstehenden Kosten und Schulden eine nützliche fiskalische Initiative sind", sagte der Fed-Chef.

          Erneut kritisierte Greenspan, die Ausweitung des Fehlbetrages in der US-Leistungsbilanz könne, wie die Geschichte zeige, nicht unendlich weiter gehen. Er wisse allerdings nicht, wann der Anstieg des Leistungsbilanzdefizits aufhören werde. Kritisch äußerte sich Greenspan auch zu den am Dienstag von Bush verhängten Stahl-Importzöllen. Er stimme nicht mit der Beurteilung der Situation der Stahlbranche durch die Regierung Bush überein.

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