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Konjunktur : Die Krim-Krise drückt auf die Stimmung

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Container im Hamburger Hafen: Die Stimmung trübte sich - mit Ausnahme des Einzelhandels - über alle Branchen hinweg ein. Bild: ASSOCIATED PRESS

In den Chef-Etagen der deutschen Wirtschaft fällt die Stimmung. Das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft - der Ifo-Index - ist nach vier Anstiegen in Folge im März wieder gefallen.

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          Die Krim-Krise hat der Stimmung in den deutschen Unternehmen einen überraschend starken Dämpfer versetzt. Nach dem Höhenflug der vergangenen Monate fiel das Ifo-Geschäftsklima im März von 111,3 Punkten im Vormonat auf 110,7 Punkte, wie das Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Im Vormonat hatte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer noch den höchsten Wert seit Juli 2011 erreicht. Volkswirte hatten nun einen Rückgang erwartet, waren aber von einem leichteren Dämpfer auf 110,9 Punkte ausgegangen.

          „Die Krise der Schwellenländer und die Ereignisse auf der Krim zeigen ihre Wirkung“, kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die Ergebnisse der Umfrage. Laut den 7000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen trübte sich aber nur die zukünftige Geschäftserwartung ein. Hier fiel der entsprechende Wert von 108,3 Punkten im Vormonat auf 106,4 Zähler. Dies ist der niedrigste Wert seit vergangenem Oktober.

          Einschätzung der aktuellen Lage aber überraschend stark

          Dagegen stieg die Einschätzung der aktuellen Lage durch die Unternehmen stärker als erwartet. Hier meldete das Ifo-Institut einen Zuwachs von 114,4 Punkten auf 115,2 Zähler.

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          Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas zeigt nach Einschätzung der VP Bank, dass die deutschen Unternehmen besorgt sind. „Die Ängste nehmen zu, dass es im Zuge der Russlandkrise zu einer Verschiebung der wirtschaftlichen Plattentektonik kommt“, kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Wende sich die russische Wirtschaft zukünftig verstärkt Asien zu, habe dies auch Konsequenzen für die europäische Wirtschaft.

          Experte: Aufschwung geht weiter

          Insgesamt erwarten Experten aber kein Ende des Aufschwungs. „Der Ausblick für die deutsche Konjunktur bleibt freundlich“, sagte Analyst Johannes Jander von der Landesbank Hessen-Thüringen. Seiner Einschätzung nach ist weiter von einem „fortgesetzten Wachstum“ auszugehen. Trotz des aktuellen Rückgangs bleibe das Ifo-Geschäftsklima unverändert auf einem hohen Niveau

          Der Euro reagierte zunächst mit Kursverlusten und fiel im Vormittagshandel auf ein Tagestief von 1,3822 US-Dollar. Im weiteren Verlauf drehte sich aber die Stimmung am Markt und der Kurs der Gemeinschaftswährung stieg auf ein Tageshoch bei 1,3846 Dollar. Der Frankfurter Aktienmarkt reagierte ebenfalls mit Kursgewinnen und der Dax erreichte nach den Ifo-Daten ein Tageshoch bei 9298,02 Punkten.

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