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Konjunktur : Deutsche Exporte legen im Januar deutlich zu

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Der Außenhandel hat sich im Januar trotz der Aufwertung des Euro besser entwickelt als erwartet. Volkswirte sehen darin ein gutes Signal für das erste Quartal, bleiben wegen des Euro-Kurses aber skeptisch.

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          Die deutschen Exporte haben zum Jahresanfang trotz des starken Euro deutlich angezogen. Der Wert der Ausfuhren im Januar habe um saisonale Einflüsse bereinigt um sechs Prozent über dem Dezember-Wert gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

          Die Importe stiegen zum Vormonat um drei Prozent. Damit schloß die Handelsbilanz mit einem Plus von 12,3 Milliarden Euro nach 10,4 Milliarden Euro im Dezember ab. Von vwd befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Überschuß von nur 10,1 Milliarden Euro EUR erwartet

          „Guter Einstieg ins Quartal“

          Analysten zeigten sich erfreut über das Handelswachstum. Jörg Krämer von der Fondsgesellschaft Invesco sprach von einem „wundervollen Einstieg in das erste Quartal.

          Auch zum Vorjahr legten die deutschen Exporte kräftig um 4,4 Prozent zu, wie das Amt weiter mitteilte. Die Importe sanken dagegen um 2,2 Prozent. Im Gesamtjahr 2003 waren die Exporte um 1,6 Prozent und die Importe um 2,6 Prozent gestiegen. In der Leistungsbilanz klaffte im Januar ein Minus von 1,2 Milliarden Euro nach plus 6,4 Milliarden Euro im Dezember.

          Krämer sprach von einem guten Signal für das erste Quartal. Die Januar-Exporte lägen saisonbereinigt um 8,4 Prozent über dem Niveau des vierten Quartals 2003. Zwar seien die Export-Zahlen sehr schwankungsanfällig, er erwarte aber im ersten Quartal einen Exportzuwachs um vier Prozent zum Schlußquartal 2003. Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank sagte, der Importanstieg sei ein Zeichen für eine gesunde Entwicklung der Binnenwirtschaft: „Insgesamt passen die Zahlen gut in das Bild einer wirtschaftlichen Erholung.“

          Dämpfende Effekte des Euro

          Zugleich warnte Krämer vor zu hohen Erwartungen an die weitere Exportentwicklung. „Wir spüren bereits die dämpfenden Effekte des Euro.“ Die Euro-Aufwertung habe schon vor zwei Jahren begonnen und ihr negativer Einfluß sei etwa in den fallenden Exporten in den Vereinigten Staaten zu beobachten, die seit Ende 2002 zurück gingen. „Ich erwarte nicht, daß sich die sich abzeichnende gute Entwicklung im ersten Quartal im zweiten Quartal fortsetzen wird.“

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