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Kommentar : Wo Blüm recht hat

Wenn künftig der Beitragszahler nicht mehr bekommt als jemand, der nie eingezahlt hat, erledigt sich das Rentensystem von selbst. Da hat Norbert Blüm recht: Die Rente ist nicht sicher.

          Ja, die gesetzliche Rente ist besser als viele andere Altersvorsorgesysteme durch die Finanzkrise gekommen. Aber die Rente im Umlageverfahren ist ein Generationenprojekt. Nicht geborene Kinder können nun mal keinen Rentner finanzieren. Und das Arbeitskräftepotential der von der Politik kräftig beförderten Erwerbstätigkeit von Frauen ist weitgehend ausgeschöpft. Auch Zuwanderung wird die Lücke nicht schließen, die durch die nicht korrigierbare demografische Entwicklung gerissen wird.

          Derzeit verschleiern die noch üppigen Reserven der Rentenversicherung die demografische Aushöhlung der Rente. Die Kassenlage erlaubt der Politik sogar, mit flüchtigen Überschüssen neue, teure Rentengeschenke zu verteilen. Davon wie auch von der unzureichenden privaten Altersvorsorge war auf der Feier zum 125. Geburtstag der Rente keine Rede.

          Dafür korrigiert der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm sich jetzt selbst. Noch stimmt der Abstand zwischen Rente und Grundsicherung. Aber wenn künftig der Beitragszahler nicht länger mehr bekommt als jemand, der nie eingezahlt hat, erledigt sich das Rentensystem von selbst. Wo Blüm recht hat, da hat er recht: Die Rente ist nicht sicher.

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