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Die Impfstoffe zeigen es : Freihandel – gerade jetzt

Die beiden Hoffnungsträger: Albert Bourla, links, ist Chef von Pfizer und Ugur Sahin ist Chef von Biontech. Bild: dpa

Viele Menschen besinnen sich in Krisen auf die eigene Nation. Nichts könnte falscher sein: Alle Länder brauchen freie Märkte.

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          Besonders in Zeiten wachsender geopolitischer Konflikte und einer durch die Pandemie bedingten Rückbesinnung verunsicherter Menschen auf den Nationalstaat erscheint es unumgänglich, an die überragende Bedeutung eines freiheitlichen Weltwirtschaftssystems für den Wohlstand der Menschen zu erinnern. In Frankreich will Marine Le Pen in den Präsidentschaftswahlen des kommenden Jahres eine Mehrheit mit einem Plädoyer für eine nationalistische Wirtschaftspolitik gewinnen.

          Man ist versucht, Madame Le Pen die Frage zu stellen, mit welchem rein französischen Vakzin sie in diesen Tagen die leidgeprüfte Bevölkerung unseres Nachbarlandes mit Impfstoff versorgen würde. Gerade der Markt für Impfstoffe belegt, erinnert sei an die Kooperation von Biontech und Pfizer, die Fruchtbarkeit internationaler Zusammenarbeit.

          Auch die wachsende Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China wirkt auf die Wirtschaft ein. Die Instrumentalisierung der Wirtschaft in geopolitischen Konflikten besitzt eine lange Tradition, der nichts Gutes anhaftet. Gewöhnlich schadet eine von Zöllen und anderen protektionistischen Maßnahmen gekennzeichnete Außenhandelspolitik auf lange Sicht allen Ländern und nicht nur jenen, die sanktioniert werden sollen.

          Wer Einfuhren zum Schutze einheimischer Wirtschaftszweige und zur Strafe fremder Länder reglementiert, sorgt in aller Regel für höhere Preise im eigenen Land, und er provoziert Vergeltungsmaßnahmen anderer Staaten. Ökonomen wissen das seit mindestens 200 Jahren; Anschauungsunterricht findet sich in den Geschichtsbüchern.

          So führte die Rivalität unter europäischen Mächten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erst zur Ablösung des Freihandels durch Zollpolitik und dann in den Ersten Weltkrieg. Anschließend verursachte ökonomischer Nationalismus ab den frühen zwanziger Jahren Not und Elend; eine Rückkehr erlebten Wirtschaftswachstum und Wohlstand erst mit der freiheitlichen Weltwirtschaftsordnung nach 1945. Befürwortern des Freihandels wird manchmal politische Naivität vorgeworfen. Wahr ist: Befürworter des Freihandels kennen nicht nur die wirtschaftlichen Kosten von Protektionismus, sondern gerade auch die politischen.

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