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Netzneutralität : Gegen die Gleichmacherei im Internet

In den Vereinigten Staaten könnte es bald bezahlte Überholspuren im Internet geben. Viele sind empört, aber was ist daran schlimm?

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          Als Zwei-Klassen-Internet kritisieren die Jünger der Gleichmacherei diese Idee, dass manche Daten im Internet gegen Aufpreis schneller oder stabiler an die Endkunden fließen dürfen. Man kann sich nur wünschen, dass solch ein Klassenbewusstsein auch in Europa Einzug hält.

          Im Gegensatz zu den Mythen der gleichen Behandlung aller Datenpakete, die es heute schon nicht gibt, wird gerade die Differenzierung des Internetverkehrs das Netz lebendig und innovativ erhalten. Neue Anbieter von Videodiensten etwa könnten sich Vorteile im Wettbewerb verschaffen, indem sie gegen Bezahlung bessere Datenverbindungen anbieten. Das kann dem Verbraucher nur nutzen.

          Mehr Wirtschaftlichkeit im Internet und der Ausbau der Leitungen erfordert Differenzierung und den Abschied vom romantischen Traum des Internets als Tummelplatz für ein wenig spinnerte Innovatoren. Wohlgemerkt: Auch den Amerikanern geht es nicht um eine Zugangskontrolle der Anbieter von Internetdiensten. Die Netzneutralität ist gewährt. Es geht aber darum, dem Preis als Knappheitssignal im Internet zu seinem Recht zu verhelfen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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