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Meisterpflicht im Handwerk : Die Meistermacher

  • -Aktualisiert am

Union und SPD führen in zwölf Gewerken, darunter Fliesenleger, Raumausstatter oder Schilderhersteller, die Meisterpflicht wieder ein. Das ist ein Schritt in die falsche Richtung.

          Wieder verliert Deutschland ein Stück Marktoffenheit. Dazu braucht es gar nicht den Protektionismus eines Präsidenten Trump, das schafft die große Koalition auch allein. CDU, CSU und SPD führen in zwölf Gewerken, darunter Fliesenleger, Raumausstatter oder Schilderhersteller, die Meisterpflicht wieder ein.

          In diesen Handwerken darf sich künftig wieder nur selbständig machen, wer die Meisterprüfung abgelegt hat. So war es schon bis 2004, doch dann schafften SPD und Grüne diese hohe Marktzutrittsbarriere in 50 Berufen ab, deren Ausübung keine Gesundheitsgefahr für Dritte birgt. Wie erhofft, gab es mehr Beschäftigung und Wettbewerb. Verbraucher dürfen seither selbst entscheiden, ob sie ihre Kacheln vom Meisterbetrieb legen lassen oder auf ein qualitativ vielleicht weniger hochwertiges, aber bezahlbares Angebot ausweichen, statt selbst zu kleben.

          Mit so viel Wahlfreiheit ist auf Druck des Handwerks Schluss, angeblich zum Schutz von Nachwuchs und Verbrauchern. Wettbewerbsfreundlichere Wege hat die Koalition nicht ernsthaft erwogen. Sie sieht nur die Chance, gut Wetter zu machen in einem Teil des Mittelstands, dem sie mit Steuern, Abgaben und Bürokratie viel zumutet.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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