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Großbankenfusion : Banken ohne Alternativen

Besonders die Deutsche Bank hat derzeit einschneidende Veränderungen dringend nötig. Bild: Reuters

Ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank ist hoch umstritten. Doch um beide Großbanken wieder wettbewerbsfähig zu machen, sind Verhandlungen darüber wichtig.

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          Ein Zusammenschluss, den keiner will: Die nun auch offiziell aufgenommenen Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank rufen wenig Begeisterung hervor. Nicht in den beiden Großbanken, schon gar nicht unter den Mitarbeitern, die den Abbau von bis zu 30.000 Stellen befürchten müssen.

          Die beiden Vorstandsvorsitzenden, Christian Sewing von der Deutschen Bank und Martin Zielke von der Commerzbank, erwecken den Eindruck, dass sie zum Jagen, also zu den Verhandlungen, getragen werden mussten. Einzig Bundesfinanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär, der ehemalige Deutschlandchef von Goldman Sachs, Jörg Kukies, können mit der jüngsten Entwicklung zufrieden sein, haben sie doch die Fusion stark vorangetrieben. Dass der Bund seinen Commerzbank-Anteil von 15 Prozent nicht versilbern, sondern als strategisches Instrument zur Neuausrichtung des deutschen Bankenmarktes einsetzen soll, fand schon im Finanzministerium unter Scholz‘ Vorgänger Wolfgang Schäuble Anhänger.

          Die Verhandlungen sind wichtig

          Auch wenn der Ausgang der Fusionsgespräche noch offen ist, die Verhandlungen darüber, die beiden Großbanken wieder wettbewerbsfähig zu machen, sind wichtig. Wenn dies gelingt, erhöht sich der Druck auf die beiden anderen Verbünde, die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken. Das gilt vor allem für die Sparkassen und die ihnen angeschlossenen Landesbanken. Eine Super-Landesbank, wie sie der Sparkassenpräsident Helmut Schleweis fordert, wäre ähnlich richtungsweisend für den deutschen Bankenmarkt wie ein Erfolg in den Fusionsgesprächen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank.

          Ein Erfolg muss nicht zwingend ein Zusammenschluss sein. Kooperationslösungen zum Beispiel in der IT oder anderen nachgelagerten Bereichen (Back office) können die Kosten in beiden Instituten nachhaltig senken. Deshalb ist es zu begrüßen, dass Deutsche Bank und Commerzbank nun verschiedene Varianten prüfen. Ob es eine Lösung gibt, die ohne staatliche Rückendeckung auskommt, ist fraglich. Wenn ja sollte ihr der Vorrang gegeben werden.

          Zu den Verlierern werden die Mitarbeiter zählen. Doch ohne tief gehenden Stellenabbau  werden die beiden Großbanken nicht den Rückstand auf die enteilte internationale Konkurrenz aufholen können. Die Kritiker einer solchen Fusion müssen bedenken, dass weder Deutsche Bank noch Commerzbank eine andere Wahl haben. Sie sind zu schwach, um mit Banken aus dem Ausland auf Augenhöhe zu verhandeln.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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