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Kommentar zur Fed : Bernankes Bekenntnis

Ben Bernanke spricht Bild: REUTERS

Kaum hat Ben Bernanke sich zu einem starken Dollar bekannt, rutscht dessen Wert an den Devisenmärkten ein Stück ab. Das liegt in den von ihm skizzierten geldpolitischen Aussichten.

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          Die Vereinigten Staaten betreiben keine Wechselkurspolitik. Das stimmt schon. Sie intervenieren nicht am Devisenmarkt und es gibt noch nicht einmal Gerüchte über ein Dollar-Kursziel. Doch kaum hat Ben Bernanke, der Vorsitzende der Federal Reserve, sich zu einem starken Dollar bekannt, rutscht dessen Wert an den Devisenmärkten wieder ein Stück ab.

          Der Grund liegt nicht in Bernankes Bekenntnis, sondern in den von ihm skizzierten geldpolitischen Aussichten (siehe Vereinigte Staaten: Bernanke hält an expansiver Geldpolitik fest). Die Fed wird demgemäß im Sommer zwar aufhören, Staatsanleihen zu kaufen. An eine Abkehr vom expansiven geldpolitischen Kurs denkt Bernanke danach aber vorerst nicht. Die Fed fokussiert auf die hohe Arbeitslosigkeit und hofft, dass die Ölpreisteuerung nicht dauerhaft in der Inflation hängen bleibt.

          Dieses Kalkül kann mit etwas Glück aufgehen, die Neigung der Amerikaner, bei mehr als 13 Millionen Arbeitslosen höhere Löhne durchzusetzen, ist gering. Den Unmut in Schwellenländern über die expansive Geldpolitik in den Amerika wird das nicht beheben. Solange die Fed im Kreis der Zentralbanken der Straffung hinterherläuft, wird der Dollar schwächeln - ob gewollt oder nicht.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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