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Diskussion um Altmaier : Vorsicht, Verbände!

Wirtschaftsminister Peter Altmaier: The man, they love to hate Bild: Reuters

Von allen Seiten hagelt es Kritik an Wirtschaftsminister Altmaier. Doch einige Verbände sind auffällig still. Im Endeffekt steht bei allen doch nur ein Eigeninteresse dahinter.

          Die deutschen Wirtschaftsverbände haben sich auf Peter Altmaier eingeschossen. Frei nach dem Motto „Wer hat noch nicht, wer will noch mal?“ greifen sie den Wirtschaftsminister an. Zuerst die Familienunternehmer und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, jetzt die Start-up-Unternehmer. Sie alle fühlen sich von dem CDU-Politiker nicht beachtet und kritisieren falsche oder fehlende Strategien.

          Auffallend unauffällig verhält sich der Bundesverband der Deutschen Industrie. Der BDI hat sich nämlich erst kürzlich für europäische Champions und eine laxe Fusionskontrolle stark gemacht. Kein Wunder, dass man es sich mit dem begeisterten Industriepolitiker nicht verscherzen will. Stattdessen forderte der BDI am Wochenende höhere staatliche Investitionen bei gleichzeitigen Steuersenkungen für Unternehmen.

          Die logische Konsequenz: Der Verband stellt die Schuldenbremse infrage. Kaum schwächt sich die Konjunktur etwas ab, ruft die Industrie wieder einmal nach dem Staat. Das zeigt, wie knallhart die Verbände, die sich gerne als Wächter der Marktwirtschaft geben, ihre Eigeninteressen verfolgen. Bei aller berechtigten Kritik an Altmaier, darf man das nie vergessen.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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