https://www.faz.net/-gqe-7vt7b

Kommentar : Nahles’ Rezepte

  • -Aktualisiert am

Auch in der betrieblichen Altersversorgung will die Bundesarbeitsministerin die Macht der Gewerkschaften ausbauen. Ihre Pläne sind äußerst fragwürdig.

          1 Min.

          Wenn die Bundesarbeitsministerin nach Lösungen für Probleme sucht, sehen sie meist so aus: mehr Einfluss für große Gewerkschaften. Die Rente mit 63 ist Klientelpolitik für gutsituierte Facharbeiter, die ihren Einfluss über die IG Metall geltend gemacht haben. Das Gesetz zur Tarifeinheit privilegiert die Etablierten gegenüber Spartenvertretungen.

          Auch in der betrieblichen Altersversorgung will Andrea Nahles (SPD) nun die Macht der Gewerkschaften ausbauen. Sie sollen in Tarifverhandlungen leichter mit Arbeitgebern gemeinsame Versorgungseinrichtungen aufbauen können. Und über den Hebel der Allgemeinverbindlichkeitserklärung sollen Arbeitgeber auch noch zwangsbeglückt werden.

          Dieses Vorgehen ist äußerst fragwürdig, denn kleine Unternehmen haben gute Gründe dafür, wenn sie keine Betriebsrente für ihre Mitarbeiter aufbauen. Denn das bestehende System ist zu unattraktiv und kompliziert. Es wäre besser, daran erst einmal etwas zu ändern, bevor man mit einem weiteren Modell noch mehr Komplexität erzeugt. Zudem besteht die Gefahr, dass über das Privileg für eine Versorgungseinrichtung von Gewerkschafts Gnaden der Wettbewerb ausgehebelt wird.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Grünen-Abgeordnete am Dienstag in Berlin

          Grünen-Vorsitzender Habeck : Jetzt nur nicht über Posten reden

          Robert Habeck will die Grünen beruhigen – und sie ermahnen, nicht über mögliche Rollen in einer neuen Bundesregierung zu sprechen. Schon gar nicht über seinen Plan, Vizekanzler zu werden.
          Winfried Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

          Zu wenige Gemeinsamkeiten? : Kretschmann zweifelt an der Ampel

          Bei den Grünen sind viele für ein Bündnis mit der SPD. Doch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg hadert mit einer Koalition, die von den Sozialdemokraten angeführt wird. Die Union wäre ihm als Partner lieber.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.