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Lieferkettengesetz : Schlichtweg weltfremd

Ein 11 Jahre alter Junge arbeitet in einer Bernsteinmine im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Bild: dpa

Der Bundestag nimmt deutsche Unternehmen in die Pflicht für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer gesamten Lieferkette. Es ist ein moralisch aufgeladenes Projekt, das von Anfang an auf Missverständnissen beruht.

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          Es ist der Schlusspunkt eines Kapitels voller Irrungen und Wirrungen. Am Freitag hat der Bundestag tatsächlich das Lieferkettengesetz beschlossen, das deutsche Unternehmen in die Pflicht nimmt für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer gesamten Lieferkette. Es ist ein moralisch aufgeladenes Projekt, das von Anfang an auf einer ganzen Kette von Missverständnissen beruht. Es ging los mit einer Befragung der Unternehmen, wie sie es mit den großen Zielen der Staatengemeinschaft halten – die Aktion versandete, weil die Unterlagen nicht an die zuständigen Einheiten in den Unternehmen ging.

          Doch nicht die Absender, sondern die Empfänger standen am Ende blamiert da. Zwar hat man die Aktion wiederholt, aber nun lief die Befragung auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle, in der viele Unternehmen nicht zuletzt in der Textilwirtschaft ganz andere Probleme hatten: versperrte Absatzkanäle und Mitarbeiter, die von zu Hause aus versuchen mussten, den Laden am Laufen zu halten.

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