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Kommentar : Nicht sexy, aber superwichtig

  • -Aktualisiert am

Ein Kartendienst wie Here ist etwas ganz anderes als ein elektronischer Atlas. Klar ist schon jetzt: Google wird sich das nicht tatenlos ansehen.

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          Digitale Karten sind kein bisschen sexy und auch nicht wirklich strategisch bedeutsam. Präzise Navigation im Auto scheint für Menschheit nicht so erheblich zu sein – vielleicht ähnlich wichtig wie die Frage, wie präzise die Abgasreinigung funktioniert. So gesehen wäre die Mini-Beteiligung von Bosch und Conti an dem Kartendienst Here nicht mehr wert als eine Randnotiz.

          Es wird sich aber ziemlich bald zeigen, dass ein Kartendienst wie Here etwas ganz anderes ist als ein elektronischer Atlas. Alle möglichen digitalen Geschäftsmodelle funktionieren eben nur, wenn Gegenstände genau geortet werden können. Der Verteilungskampf um solche Daten hat in der Mobilitätsbranche gerade erst begonnen, und mit dem Einstieg bei der früheren Nokia-Gesellschaft Here haben sich die deutschen Autohersteller und jetzt auch die Zulieferer Conti und Bosch dafür eine gute Position gesichert.

          Die geplante Kooperation mit Bosch wiederum kann Here in eine neue Dimension befördern. Denn Bosch ist viel mehr als ein Autozulieferer, sondern hat Produkte vom Rasenmäher bis zur Fabrikautomation im Angebot und kann somit Erfahrung und Ideen für ganz viele Lebensbereiche liefern. Jetzt kommt es darauf an, dass die neuen Partner gut zusammen arbeiten. Denn Google wird sich das nicht einfach tatenlos mit ansehen: für die Amerikaner wächst gerade wichtige Konkurrenz heran.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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