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Knaus Tabbert : Kern der Börse

  • -Aktualisiert am

Bulle und Bär am Frankfurter Börsenplatz. Bild: dpa

In Deutschland haben weder Unternehmen noch Politik große Lust, eine kapitalmarktorientierte Altersvorsorge zu verankern. Für die Volkswirtschaft ist das ein Nachteil.

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          Endlich ist mit Knaus Tabbert mal wieder ein Unternehmen an die Frankfurter Börse gegangen. Leider hat dies Seltenheitswert. Meistens kann man die Börsenneulinge eines Jahres in Deutschland an zwei Händen abzählen. Das ist für eine bedeutende Volkswirtschaft wie Deutschland schade.

          Der Börsengang verschafft Unternehmen den Zugang zu Kapital für Investitionen. Es macht Unternehmertum transparenter. Und es ermöglicht Anlegern, sich an der Entwicklung von Unternehmen zu beteiligen. Wirtschaftliche Zusammenhänge werden anschaulicher und erlebbarer. Börsengänge sind der Kern der Börse. In Deutschland sind aber nur wenige hundert Unternehmen börsennotiert. Dabei gibt es mehr als 80.000 Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern hierzulande. Nicht jedes dieser Unternehmen wäre für die Börse geeignet, aber doch vielleicht 3700 wie an der japanischen Börse oder wenigstens 2200 wie in Südkorea.

          Doch in Deutschland haben weder die Unternehmer große Lust auf die Börse noch die Anleger noch die Politik, die eine kapitalmarktorientiertere Altersvorsorge wie in vielen anderen Ländern verankern könnte. So bleiben große Chancen liegen. Für alle Beteiligten.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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