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Grundsteuer-Kommentar : Fester Steuergrund

Einfamilienhaus Bild: obs

Wer den Wert von jedem Haus und jedem Grundstück berechnen will, kommt aus dem Rechnen nicht mehr heraus. Der Vorschlag des Ifo-Instituts zur Grundsteuer-Reform ist deshalb sinnvoll – wenn er umgesetzt würde.

          Eigentlich ist die Grundsteuer aus Sicht der Finanzminister eine tolle Sache. Immobilien können, wie ihr Name schon sagt, nicht davonlaufen, anders als Kapitalanleger, Unternehmer und international gesuchte Fachkräfte.

          Doch das Gegenteil ist der Fall: Es gibt kein Geld, nur Ärger. Das Aufkommen steht den Kommunen zu. Die Finanzminister im Bund und in den Ländern dürfen nur dafür sorgen, dass es so bleibt. Das Bundesverfassungsgericht hat ihnen eine Frist bis Ende nächsten Jahres für eine Reform zugestanden. Ein paar Jahre mehr Zeit gibt es dann für die Umsetzung.

          Weil Villenbesitzer wie Mieter die Steuer tragen, ist die Neuregelung politisch heikel, frühere Anläufe sind allesamt gescheitert. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen, was zumutbar und gerecht ist.

          Bevor der politische Tanz richtig losgeht, warnt das Ifo-Institut vor einer Überfrachtung der anstehenden Reform. Wer den aktuellen Wert für jedes Grundstück, jedes Haus, jede Remise ermitteln will, kommt in Teufels Küche. Das kostet viel Zeit und Geld.

          Das spricht dafür, auf das zurückzugreifen, was einfach zu ermitteln ist: die Größen von Grundstück und Gebäude – eventuell ergänzt um Bodenrichtwerte.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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