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Kommentar : Offene Rechnungen

Die Europäische Union verfährt mit ihrem Haushalt wie ein Kreditkartenjunkie. Das war kein Problem, solange die EU jedes Jahr mehr Geld ausgeben konnte. Diese Zeiten aber sind seit der Eurokrise vorbei.

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          Die Europäische Union verfährt mit ihrem Haushalt wie ein Kreditkartenjunkie. Jahr für Jahr sagen Europaparlament und Mitgliedstaaten Milliarden für mehrjährige Programme und erst später verwirklichte Projekte zu. Dass diese Programme und Projekte irgendwann einmal bezahlt werden müssen, verdrängen sie dabei.

          Das war kein Problem, solange die EU jedes Jahr mehr Geld ausgeben konnte. Diese Zeiten aber sind seit der Eurokrise vorbei. So sind in den vergangenen Jahren immer mehr offene Rechnungen aufgelaufen. Mehr als 25 Milliarden Euro schleppt die EU derzeit mit. Das ist angesichts eines Gesamthaushalts von knapp 145 Milliarden Euro eine immense Summe.

          Europäische Kommission und Parlament fordern deshalb neues Geld von den Mitgliedstaaten. Schließlich darf die EU keine Schulden machen. Dabei läge eine andere Lösung viel näher: weniger Zusagen für neue Programme einzugehen. Schließlich kann der gemeine Verbraucher, wenn er seine Kreditkarte im Einkaufsrausch zu oft gezückt hat, auch nicht jedes Mal ein höheres Gehalt fordern, wenn Ende des Monats die Rechnung kommt. Er muss die Kreditkarte dann im Portemonnaie lassen.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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