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Kommentar zu Fachkräften : Offen, aber gesteuert

Der 34-jährigen Shenouda Ghaly, Mechatronik-Auszubildender im zweiten Lehrjahr, arbeitet am Austausch-Motor eines Porsche. Der Ägypter ist seit Oktober 2013 in Deutschland, sein Asylantrag wurde zum zweiten Mal abgelehnt. Bild: dpa

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz senkt die Zugangshürden für ausländische Arbeiter aus fernen Gegenden deutlich. Für diese neue Offenheit gibt es nachvollziehbare Gründe. Die Grenzziehung wird aber strittig bleiben.

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          Mit einem wichtigen und erfreulichen Signal an die Wirtschaft verabschiedet sich die Bundesregierung in die Weihnachtspause. Sie hat doch noch einen einigermaßen tauglichen Kompromiss über ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz gefunden. Der Entwurf konzentriert sich nun auf das eigentliche Ziel, qualifizierten Arbeitskräften aus Ländern jenseits der Europäischen Union einen möglichst attraktiven, transparenten und praktikablen Weg in die deutschen Unternehmen zu bahnen, die immer stärker unter Personalengpässen leiden.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Der ursprüngliche Versuch, im selben Gesetz auch Menschen, die aus humanitären Gründen befristeten Aufenthalt genießen, neue Arbeits- und damit Bleibeperspektiven zu eröffnen, hätte den Erfolg des Vorhabens gefährdet. Dieser „Spurwechsel“ ist zwar in manchen Fällen arbeitsmarktpolitisch ebenfalls sinnvoll, aber ungleich heikler. Der Kontrollverlust während der großen Flüchtlingswelle 2015 ist in schlechter Erinnerung, die Koalition muss noch beweisen, dass die neuen Regeln nicht neuen Missbrauch nach sich ziehen, sondern die Arbeitsmigration im deutschen Interesse steuern.

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