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Diesel-Kommentar : Skandal ohne Ende

Herbert Diess, neuer Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, auf der Hauptversammlung 2018. Bild: Picture-Alliance

Immer wieder kommen neue Details zur Manipulation der Abgaswerte ans Licht. Und die Krisenkommunikation von Volkswagen lässt zu wünschen übrig.

          Der Dieselskandal hat Volkswagen fest im Griff. Der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess soll nach Erkenntnissen der amerikanischen Ermittler früher von der Betrugssoftware gewusst haben, als dies der Autokonzern bislang dargestellt hat. Ausgerechnet Diess, der zu seinem Amtsantritt noch Demut versprochen und für einen Neuanfang geworben hatte. Zwar muss die Justiz noch bewerten, wie glaubwürdig die belastenden Aussagen sind.

          Doch für die Öffentlichkeit verfestigt sich schon jetzt der Eindruck, dass der Konzern entgegen anders lautender Beteuerungen an seiner Salamitaktik festhält und immer nur das einräumt, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist. Zuletzt musste Audi eine weitere Softwaremanipulation in der A6-Baureihe gestehen und kleinlaut um Entschuldigung bitten. Lug und Trug statt echter Aufklärung.

          Solange die Rollen von ehemaligen Entscheidungsträgern wie dem früheren Vorstandschef Martin Winterkorn, Audi-Chef Rupert Stadler oder dem früheren Finanzvorstand und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch im Betrug von Millionen Kunden nicht lückenlos geklärt sind, so lange wird Volkswagen die Rolle des Getriebenen nicht loswerden.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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