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Kommentar : Vier Jahre danach

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Die Kanzlerin verkauft die Atomwende als Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden. Tatsächlich war sie ein Machtmanöver der Extraklasse. Mit einem klaren Zweck.

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          Auch vier Jahre danach erstaunt es immer noch, dass die Reaktorkatastrophe im fernen Fukushima ausgerechnet in Berlin die einschneidendsten politischen Folgen hatte. Die durch den Tsunami havarierten japanischen Meiler nutzte Kanzlerin Angela Merkel zur blitzartigen Kurskorrektur. Ihre schwarz-gelbe Regierung, vom Wähler beauftragt, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern, beschloss schlagartig die Reaktoren schneller abzuschalten, als von SPD und Grünen vorgesehen.

          Dass die deutschen Meiler als besonders sicher gelten, dass nicht nur in der Welt, sondern auch rings um deutsche Grenzen Kernkraft weiter genutzt wird, weshalb ein deutscher Ausstieg die beschworenen Gefahren nicht bannt – alles egal. Ebenso die Kosten, die schob man Stromkunden zu und Energiekonzernen wie RWE und Eon, die kalt erwischt wurden – und sich noch beschimpfen lassen müssen, wenn sie das Ganze gerichtlich überprüfen lassen wollen.

          Die Kanzlerin verkauft die Atomwende als Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden. Tatsächlich war sie ein Machtmanöver der Extraklasse mit dem Zweck, Merkels Union die Chance zu öffnen, künftig auch mit den Grünen regieren zu können.

          Heike Göbel
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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