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Versicherung nur mit Tracker : Radikal versichert

  • -Aktualisiert am

Ein Mann trägt einen Fitness-Tracker. Bild: dpa

Vor Überwachungspraktiken wie in Amerika steht in Deutschland noch der Gesetzgeber. Doch die Branche muss sich bekennen: Es gibt Daten, die nicht in die Hände von Versicherern gehören. Ein Kommentar.

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          Der amerikanische Lebensversicherer John Hancock wird künftig nur noch Policen verkaufen, wenn Kunden ihre individuellen Gesundheitsdaten mit ihm teilen. Hier geht es nicht mehr um ein Experimentieren mit dem umstrittenen Vitality-Programm, sondern um eine Grundsatzentscheidung.

          Es macht dem Versicherer nichts aus, all die Kunden abzuschrecken, die sich auf eine Freigabe ihrer Daten nicht einlassen wollen. Er sieht größere Vorteile darin, in die sensibelsten Bereiche des Lebens vorzudringen. Das zeigt, wie radikal die Möglichkeiten der Digitalisierung diese Branche verändern.

          Die Möglichkeiten hören bei Gesundheitsdaten nicht auf: Warum nicht mit Geodaten auf dem Handy ermitteln, welcher Risikotyp jemand ist? Warum nicht per Gentest prognostizieren, für wie lange man eine Risikolebensversicherung abschließen sollte?

          Noch steht in Deutschland der Gesetzgeber davor. Er bringt gute Gründe vor, warum solche Daten nicht in die Hände von Versicherungsmathematikern gehören. Aber auch die Branche muss sich bekennen. Es ist ein schmaler Grat für die Versicherungswirtschaft. Erarbeitet sie sich den Ruf einer Branche, die definiert, was ein schützenswertes Leben ist, könnte sie am Ende viel mehr verlieren als nur ein paar Prämieneinnahmen.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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