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Christian Müßgens

Raumfahrt : Startrampe im Meer

Beim Raumfahrtkonzern OHB Systems hat man große Pläne. Bild: dpa

Ein Weltraumbahnhof im dichtbesiedelten Deutschland müsste viele planerische Hürden überwinden. Die Ingenieure von OHB konzentrieren sich daher auf die Nordsee.

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          In der Raumfahrt herrscht Hochkonjunktur. Neue Projekte werden geplant, Rekordbudgets beschlossen. Gleichzeitig macht die Technik große Sprünge, was neue Geschäftsmodelle im All ermöglicht. So planen private Unternehmen Megakonstellationen mit Tausenden Satelliten, um die letzten Winkel der Erde mit Internet und anderen Diensten zu versorgen.

          Deutsche Hightech-Hersteller profitieren davon. So bauen Spezialisten wie OHB neue, preiswerte Satelliten, die auf die Bedürfnisse kommerzieller Nutzer ausgerichtet sind. Auch an neuen, kleinen Trägerraketen wird hierzulande gefeilt. Die Konkurrenz im Ausland ist aber stark. Das erklärt den Vorstoß der Industrie für einen eigenen Weltraumbahnhof, der es leichter machen soll, die hierzulande entwickelte Technik einzusetzen und zu vermarkten. Auf dem dichtbesiedelten Festland dürfte das Projekt kaum Chancen haben. Und auch die Offshore-Startbasis, die OHB ins Gespräch bringt, wirft viele Fragen auf.

          Wer Erfahrung mit deutschem Planungsrecht und Umweltschutz hat, dürfte Zweifel haben, dass sie kommt. Den Vorschlag als reine Phantasie abzutun wäre aber falsch. Denn das Thema ist ernst. Wenn es um Infrastruktur für die Raumfahrt geht, liegt Deutschland weit zurück.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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