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Kommentar : Der böse Sparer

  • -Aktualisiert am

Das treffe nur Banken, tönte Mario Draghi, als die EZB negative Einlagenzinsen beschloss. Von wegen! Jetzt führt die Commerzbank eine Strafe für Einlagen von Firmenkunden ein. Propaganda ist, dass dies Privatkunden nicht spürten.

          Was wird den Leuten nicht alles erzählt. Die Rente sei sicher, hieß es. Dann: Die Riester-Rente schließe die Lücke. Heute: Man müsse stärker privat für das Alter vorsorgen. „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“, weiß seit jeher der Volksmund. Doch das war gestern.

          Unter dem Euro-Rettungsregime der EZB gelten andere Regeln. Erst eliminierte die Zentralbank den Zinseszins, weshalb sich das Sparen nicht mehr lohnt. Weil dennoch viele „dumme Sparer“ ihr Geld auf der Bank ließen, führte die EZB eine Strafe für Banken ein, die Geld bei ihr parken. Das treffe nur Banken („not for the people“), tönte EZB-Präsident Draghi im Sommer. Von wegen! Jetzt führt die Commerzbank eine Strafe für Einlagen von Firmenkunden ein. Propaganda ist, dass dies Privatkunden nicht spürten.

          Direkt oder indirekt werden immer mehr Sparer bestraft. Japaner horten seit der Krise zunehmend Bargeld. Es ist kein Zufall, dass im Dienste von Wall Street, Silicon Valley und Washington die Abschaffung von Bargeld gefordert wird. Die Logik dahinter: Nur der gläserne Steuerbürgerkonsument ist ein Guter. Er kann bestens geschröpft, verführt und bei Bedarf auch noch enteignet werden.

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